Repertoire – Empfehlung des Monats

Elegant und vital

Neue Spielzeit, neues Glück - besonders beim Ballett ist jeder Anlass willkommen, um ein Gala-Programm aufzusetzen und sich einem begeisterungsfähigen Publikum von seiner schönsten Seite zu zeigen.

Dass dies in der Natur des Theatertanzes liegt, hat mit seinen Ursprüngen bei Hofe zu tun. Das Ballett ist traditionell eine Form des Repräsentierens, hochartifiziell, spektakulär und auf Schauwert bedacht. Seine Interpreten, die Tänzerinnen und Tänzer, verherrlichen nicht nur sich selbst, sondern auch die Eleganz und Vitalität ihrer einmaligen Kunst.

Zu Beginn der Saison wird auch in diesem Jahr der Auftakt der neuen Spielzeit mit einer Ballett-Gala gefeiert. Es werden choreographische Meisterwerke, Raritäten der Ballettgeschichte oder ganz neue, zeitgenössische Stücke aufgeführt. Das Besondere dieser Veranstaltung ist immer das Programm: Mit Überraschungen darf gerechnet werden.

Vladimir Malakhov hat für fast alle Ersten Solisten des Staatsballetts Berlin einen abwechslungsreichen Abend zusammengestellt, dessen Höhepunkt sicherlich von seiner eigenen Choreographie zu Giuseppe Verdis "Die vier Jahreszeiten" gebildet wird. Dieses Divertissement stammt aus Malakhovs Ballett "Verdi: Ein Maskenball", das in Wien uraufgeführt wurde. Es wird nun, hochkarätig mit Solisten und Corps de ballet besetzt, zum ersten Mal auch in Deutschland zu erleben sein. Das Orchester der Deutschen Oper Berlin musiziert unter der Leitung von Robert Reimer.

Für die Spielzeit 2011/2012 hat das Staatsballett sich viel vorgenommen. Zur Premiere gelangen auf der Bühne der Deutschen Oper Berlin zwei große Handlungsballette: Heinz Spoerlis "Peer Gynt" (Premiere: 18. November 2011) und John Crankos "Romeo und Julia" (Premiere: 9. Februar 2012). Der Züricher Choreograf Spoerli hat die Figur des Peer Gynt so gepackt, dass er zu einer eindrucksvollen Sparsamkeit und Konzentration in den Mitteln gefunden hat. Bei der Uraufführung 2007 wurde er von Kritikern dafür als "einer der ganz wenigen formidablen Geschichtenerzähler des Balletts" gewürdigt. Cranko hat "Romeo und Julia" 1962 in Stuttgart erstmals inszeniert. Es gehört dort noch heute zu den beliebtesten Stücken und ist weltweit ein Erfolg. Die Berliner Premiere ist insofern auch eine Art Reminiszenz zum 50-jährigen Jubiläum des Stückes. Außerdem werden in der kommenden Saison "La Esmeralda", "Schwanensee" und "Schneewittchen" aufgeführt.

Ein Dreiteiler "Duato | Forsythe | Goecke" für die Bühne der Staatsoper im Schiller Theater führt drei Choreographen zusammen, die für das moderne Ballett von großer Bedeutung sind: Nacho Duatos "Arcangelo" und William Forsythes "Herman Schmerman" stehen ab dem 27. April 2012 auf dem Programm und begegnen einer Kreation von Marco Goecke für das Staatsballett Berlin. Itzik Galili erarbeitet ebenfalls eine Choreographie für das Staatsballett Berlin, Uraufführung seines abendfüllenden Stücks ist am 1. Juni 2012 in der Komischen Oper Berlin.

Ballett-Gala zur Saisoneröffnung 28. September, 19.30 Uhr