Tarifkonflikt

Weiter Streiks bei Werttransporter Prosegur

Die Berliner müssen sich weiter darauf einstellen, an einigen Geldautomaten keine Scheine mehr zu bekommen.

Der Werttransporter Prosegur in Potsdam wird weiter bestreikt. Das teilte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Freitag mit. Zunächst war der Streik am Mittwoch ausgesetzt worden.

„Die Firmenleitung hat den Ernst der Lage immer noch nicht erkannt. Die Geschäftsführung taktiert wie seit Beginn der Verhandlungen. Sie spielt lediglich auf Zeit und signalisiert damit klar und deutlich ihr nicht vorhandenes Interesse an wirklichen Verhandlungen und einem Interessenausgleich“, teilte Verhandlungsführer André Pollmann mit. „Sie nimmt offensichtlich lieber Streiks in Kauf und versucht, mit Einschüchterungen wie illegalen Kameraaufnahmen von Streikenden den Streik zu brechen.“

Seit rund einem Monat hat die Mehrheit der rund 350 Mitarbeiter der Potsdamer Niederlassung von Prosegur die Arbeit niedergelegt. 18 Kreditinstitute, die zu den Prosegur-Kunden zählen, werden seither nicht mehr oder nur noch selten mit Geldscheinen beliefert. Betroffen sind unter anderem Berliner Volksbank, Commerzbank, Deutsche Bank, Sparda Bank und Postbank. Dort wurde an Automaten deshalb zeitweise das Geld knapp. Verdi verlangt im Streit um einen nach ihren Angaben 14 Jahre alten Haustarifvertrag einen Zuschlag von einem Euro pro Stunde statt der angebotenen 0,65 Euro. Eine Streikpause habe es nur gegeben, um den Arbeitgebern zu signalisieren, dass Verdi „an einer fairen und einvernehmlichen Lösung interessiert ist“, so Pollmann weiter. „Leider wurde unser Entgegenkommen nicht honoriert.“