Terror

Potsdamer aus der Gewalt der Taliban geflohen

Der 45-Jährige war im April in Afghanistan verschleppt worden

Der in Afghanistan entführte Entwicklungshelfer aus Potsdam ist wieder frei. Nach sechs Wochen in der Gewalt der Taliban gelang dem 45-Jährigen in der Nacht zu Freitag offenbar die Flucht. Inzwischen halte er sich im deutschen Generalkonsulat in der nordafghanischen Stadt Masar-i-Scharif auf, es gehe ihm den Umständen entsprechend gut, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Dem Amt zufolge soll er so schnell als möglich nach Deutschland ausgeflogen und dort zunächst medizinisch behandelt werden. Wann genau das sein wird, ist derzeit noch unklar.

Der Entwicklungshelfer war im April nach Angaben der afghanischen Polizei bei einer Fahrt von der Provinz Kundus in die nordafghanische Stadt Masar-i-Scharif verschleppt worden. Die Taliban hatten sich zu der Entführung bekannt. Über Forderungen der Entführer war in der Folgezeit nichts bekannt geworden. Auch zu Bemühungen um eine Freilassung des Brandenburgers machte das Auswärtige Amt keine Angaben, ein Sprecher teilte nach Bekanntwerden der Entführung lediglich mit, man habe einen Krisenstab eingerichtet.

Soldaten in Hubschraubern

Auch wo der Entwicklungshelfer festgehalten wurde, ist bislang unklar. „Unsere Polizisten sahen einen Mann gegen 1 Uhr morgens in Richtung unserer Kontrollstelle kommen“, gab ein afghanischer Polizist gegenüber einer Nachrichtenagentur an. Die Polizisten hätten den Mann dann zu einem nahe gelegenen Regionalflughafen gebracht, wo ihn Bundeswehrsoldaten aus dem Feldlager Masar-i-Scharif abgeholt hätten, die dazu mit zwei Hubschraubern angekommen seien, sagte der Polizist weiter. Die Soldaten brachten den 45-Jährigen zunächst in das Feldlager und dann ins deutsche Generalkonsulat. Dort bestätigte der Entwicklungshelfer den Konsulatsmitarbeitern, er habe zuvor aus dem Talibanlager fliehen können.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zeigte sich am Freitag ebenso erleichtert und erfreut über den glücklichen Ausgang der Entführung wie Tanja Gönner, Vorstandssprecherin der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Bonn, für die der Brandenburger seit mehreren Jahren arbeitet. „Wir sind voller Erleichterung über diese Nachricht und möchten uns bei allen herzlich bedanken, die zu dem guten Ausgang beigetragen haben“, sagte die GIZ-Sprecherin.