Kirche

Die Wiege der Mark Brandenburg

Der Dom in Brandenburg an der Havel wird 850 Jahre alt

Schon von Weitem sichtbar ragt er empor, der mächtige Dom von Brandenburg an der Havel. Trutzig steht er auf der kleinen Insel zwischen dem Beetzsee und der Havel, ganz so, als könne ihm die wechselvolle Zeit nichts anhaben. Tatsächlich aber drohte der beeindruckende Backsteinbau in den 850 Jahren seines Bestehens mehrmals, in die Schieflage zu geraten oder gar einzustürzen. Denn er ist zum Teil auf sumpfigem Boden erbaut worden. Entstanden ist die bedeutendste märkische Kirche 1165 auf den Fundamenten der Burg Brandenburg. Nach ihr sind die Stadt und das heutige Land benannt. Wohl deshalb sagt Brandenburgs früherer Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD): „Dieser Dom ist meine Lieblingskirche.“

Dass die Kathedrale gerettet worden ist, verdankt sie einer bundesweiten Initiative. Für die Rettung der „Wiege der Mark“ haben sich nach dem Fall der Mauer auch andere Prominente eingesetzt, wie Altbundespräsident Richard von Weizsäcker und der gebürtige Brandenburger Loriot alias Vicco von Bülow. Sie halfen, 50 Millionen Euro an Spenden und öffentlichen Fördergeldern für die Sanierung zu sammeln.

An diesem Sonntag beginnen die großen Feierlichkeiten anlässlich des 850-jährigen Bestehens – mit einem Festgottesdienst, bei dem Altbischof Wolfgang Huber die Predigt hält. „Wir sind stolz darauf, dass es uns nach der politischen Wende und der Wiedervereinigung mithilfe prominenter Fürsprecher und zahlreicher Spenden gelungen ist, den einsturzgefährdeten Dom zu retten“, freut sich Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU). Ab Mitte 1997 musste das Bauwerk sogar für etwa ein Jahr für die Öffentlichkeit gesperrt werden. In Beton gegossene Pfähle stützen den Dom inzwischen. Die Innensanierung wurde im August vorigen Jahres abgeschlossen. Im Kircheninnern beeindrucken vor allem der fast 500 Jahre alte Lehniner Altar und die Barockorgel des bedeutendsten märkischen Orgelbauers des 18. Jahrhunderts, Joachim Wagner.

„Von hier ging die Christianisierung der ganzen Region aus“, hebt der Kurator die Bedeutung dieser Kirche hervor. „Wie an keinem anderen Gebäude Brandenburgs lässt sich am Dom die Geschichte unseres Landes zeigen“, sagt Cord-Georg Hasselmann. Dem Zusammenhang von Bau- und Landesgeschichte sei die große Jubiläumsausstellung gewidmet.

Etwa 200 Veranstaltungen stehen auf dem Jubiläumsprogramm. Festgottesdienste, hochkarätig besetzte Autorenlesungen, Vorträge und Konzerte. Am 21. Juni wird bei dem Jubiläumsgottesdienst auch Bundespräsident Joachim Gauck sprechen.