Kriminalität

Dreizehneinhalb Jahre Haft nach Mord an 14-Jähriger

Ein 21-Jähriger ist nach tödlichen Messerstichen auf seine Internetbekanntschaft zu dreizehneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Richter am Landgericht Cottbus sprachen ihn am Donnerstag wegen Mordes und gefährlicher Körperverletzung schuldig. Sie sahen es als erwiesen an, dass der Mann aus Lohmar in NRW der 14-jährigen Alyssa in ihrem Wohnort Eichwalde (Dahme-Spreewald) auflauerte, sie mit einer Bierflasche niederschlug und dann mit einem Messer 78 Mal auf sie einstach. Die Schülerin verblutete bei der Tat im November 2013 auf der Straße.

Angeklagter räumt Tat ein

Der Vorsitzende Richter sagte, so eine „grausige Tat“ habe er in seinem Richterleben noch nie erlebt. „Der Angeklagte ließ von seinem Opfer erst ab, als es sich nicht mehr wehrte.“ Das Gericht ist davon überzeugt, dass der damals 20-Jährige das Mädchen ermorden wollte, weil es ihm Tage zuvor klargemacht hatte, dass es keine Liebesbeziehung zwischen ihnen geben werde. „Er konnte es nicht ertragen, dass jemand mit ihm Schluss macht.“ Er leide unter einer schweren narzisstischen Persönlichkeitsstörung.

Das Strafmaß fällt unter Jugendstrafrecht, der Angeklagte war zum Tatzeitpunkt Heranwachsender. Die Höchststrafe beträgt 15 Jahre, die hatte auch die Staatsanwaltschaft gefordert. Die Richter hielten dem Angeklagten aber zugute, dass er die Tat eingeräumt hatte.

Der 21-Jährige muss an die Eltern und einen Schulkameraden von Alyssa Schmerzensgeld zahlen. Eine Höhe wurde zunächst nicht genannt. Der Schüler war damals bei der Bluttat dabei – er war gerade mit Alyssa auf dem Heimweg von der Schule. Er wollte noch eingreifen und wurde dabei von dem Angeklagten an der Hand verletzt. Die Eltern und der Schüler sind Nebenkläger im Prozess. Die Verteidigung hatte auf Totschlag plädiert und maximal neun Jahren gefordert. Sie will jetzt eine Revision prüfen.