Umwelt

Schlammlagerung in Tagebauseen wird weiter geprüft

Die Einspülung von Eisenschlamm in tiefe Tagebauseen wird in Brandenburg weiter untersucht.

Angesichts der großen Mengen von Ockerschlamm aus den Fließen im Spreewald müssten neben der Verwertung und der Lagerung auf Deponien weitere Möglichkeiten behördlich geprüft werden, sagte Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) am Mittwoch im Potsdamer Landtag. Einen Antrag von CDU und Grünen, die Einspülung des Eisenschlamms in tiefe Gewässer wie den Altdöberner See (Oberspreewald-Lausitz) zu unterbinden, lehnte das Parlament mit der rot-roten Regierungsmehrheit ab.

70.000 Tonnen Eisenhydroxid

Aus den Fließgewässern und Grubenwasser-Reinigungsanlagen in Brandenburg werden jährlich mehr als 70.000 Tonnen Eisenhydroxid ausgebaggert, die aus alten Braunkohletagebauen ausgespült werden. Die Kapazitäten zur Lagerung auf Deponien reichten zumindest in naher Entfernung nicht aus, sagte Gerber. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) prüft daher eine Einspülung des Schlamms auf den Grund des Altdöberner Sees. Dagegen läuft eine Bürgerinitiative Sturm.

CDU und Grüne forderten, den Schlamm weiter auf Deponien zu lagern und dafür neue Flächen auszuweisen. „Es sollte nicht nach dem Motto verfahren werden: Aus den Augen – aus dem Sinn“, sagte die CDU-Abgeordnete Roswitha Schier. Die Lagerung eröffne auch die Möglichkeit, das Eisenhydroxid später zu verwerten. „Mit der Einspülung schaffen wir weitere ökologische und touristische Probleme“, warnte der Grüne Benjamin Raschke. Mit einer Lagerung und Verwertung des Schlamms könnten zwar Arbeitsplätze geschaffen werden. Doch sei zu befürchten, dass Touristen abgeschreckt würden. „Und es gibt das Risiko, dass alles Leben im See vom Schlamm auf dem Grund erstickt wird.“