Kandidatur

Wieland Niekisch kandidiert als CDU-Landeschef

Auf dem vorgezogenen CDU-Landesparteitag am Sonnabend in Schönefeld wird es zu mehreren Kampfkandidaturen um den Landesvorsitz kommen.

Am Dienstag kündigte der frühere Potsdamer Landtagsabgeordnete Wieland Niekisch überraschend an, er wolle sich um das Spitzenamt bewerben. Der 58-Jährige leitet das Zentrum für Polizeigeschichte an der Polizei-Fachhochschule.

Für den Favoriten, Fraktionschef Ingo Senftleben, kommt diese Kandidatur überraschend. Der 40-Jährige reagierte gelassen. Er wolle „andere Kandidaten nicht kommentieren“, hieß es. Der gelernte Maurer hatte sich zur Nachfolge von Michael Schierack bereit erklärt, nachdem der Cottbuser Arzt im Februar seinen Rückzug angekündigt hatte. Die Partei kreidet Schierack eine Mitschuld am Scheitern der Gespräche mit der SPD über eine mögliche Regierungsbeteiligung an. „Mich überzeugt das politische Programm von Herrn Senftleben und seines Mitstreiters Steeven Bretz als Generalsekretär nicht“, sagte Niekisch. „Daher möchte ich mich den Delegierten bei der Wahl als Alternative anbieten.“ Vor Wochen hatte der 69-jährige Thorolf Groß aus Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) erklärt, er werde gegen Senftleben antreten.

Widersacher hat Senftleben vor allem in den Kreisverbänden Potsdam-Mittelmark und Brandenburg/Havel. Beide Verbände forderten eine Mitgliederbefragung, die der Landesvorstand aber ablehnte. Die Senioren-Union befragte deshalb 300 Mitglieder in ihren Reihen. Neue Parteichefin soll danach die Oberbürgermeisterin von Brandenburg/Havel, Dietlind Tiemann, werden – vor der früheren Generalsekretärin Anja Heinrich. Senftleben landete auf Platz 3. Inzwischen ist er aber durch alle Kreisverbände getingelt – und hofft, noch mehr Delegierte von sich überzeugt zu haben. Senftleben warb für sich und den Potsdamer Steeven Bretz als Generalsekretär.