Asylpolitik

Wünsdorf als Standort für Flüchtlingsheim

Platz für 1200 Menschen in der neuen Erstaufnahmestelle

Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen in Brandenburg denkt das Land über eine weitere Erstaufnahmestelle nach. Als Standort dafür werde das frühere Militärgelände Wünsdorf-Waldstadt in Zossen (Teltow-Fläming) geprüft, teilte das Innenministerium mit. Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) habe die Zossener Bürgermeisterin Michaela Schreiber über die Pläne informiert, sagte eine Sprecherin. Auf dem landeseigenen Grundstück, auf dem bereits Landesbehörden ihren Sitz haben, könnten bis 2017 bis zu 1200 Plätze für die Erstaufnahme von Flüchtlingen entstehen. Die ersten 500 Menschen könnten den bisherigen Plänen zufolge ab Anfang 2016 dort untergebracht werden.

„Wir müssen auch in absehbarer Zukunft von weiter steigenden Asylbewerberzahlen ausgehen“, meinte Schröter. Eine weitere Außenstelle der zentralen Einrichtung in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) sei deshalb erforderlich. Der Minister rechtfertigte die umstrittene Größe der Unterkunft: „Wir benötigen für die Erstaufnahme auch größere Einrichtungen, weil sich die notwendigen Abläufe bei der Antragstellung, der medizinischen Untersuchung und der Versorgung der Menschen sonst nicht sinnvoll gestalten lassen“, erklärte Schröter. Zu den Kosten machte das Ministerium zunächst keine Angaben.

Das Land plant auch in der ehemaligen Lausitz-Kaserne bei Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) eine Außenstelle der Erstaufnahme. In der südbrandenburgischen Kleinstadt sollen knapp 800 Flüchtlinge unterkommen, die ersten 400 werden nicht vor Herbst erwartet. Ende 2014 wurde in Ferch (Potsdam-Mittelmark) in einem früheren Wohnheim der Bundeswehr eine Außenstelle mit zunächst 50 Plätzen eröffnet.

Laut Ministerium muss das Land in diesem Jahr aller Voraussicht nach mehr als die prognostizierten 9200 Flüchtlinge aufnehmen.