Straftaten

Nahe Polen ist die Kriminalität besonders hoch

Die Bürger in den Brandenburger Gemeinden an der polnischen Grenze leiden weiter unter einer höheren Kriminalität als im übrigen Land.

Zwar sei 2014 die Zahl der Straftaten in den 24 Gemeinden gegenüber dem Vorjahr leicht auf gut 20.500 gesunken, sagte Innenminister Karl-Heinz-Schröter (SPD) am Donnerstag bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für die Grenzregion. Allerdings liegt die Belastung mit 9854 Straftaten pro 10.000 Einwohnern deutlich höher als im Landesdurchschnitt (8004 Straftaten). Die Aufklärungsquote sank von 57,3 Prozent auf 53,1 Prozent.

Deutlich gestiegen ist die Kriminalität in Guben und Forst, während sie in Frankfurt (Oder) und Schwedt zurückging. In Guben und Forst habe die Polizei mit verstärkten Streifen reagiert, betonte Schröter. So sei eine Serie schwerer Raubüberfälle in Guben in Zusammenarbeit mit den polnischen Sicherheitsbehörden weitgehend aufgeklärt worden. In Forst stieg die Zahl der Straftaten von gut 2200 auf mehr als 2900, während sie in Frankfurt (Oder) um gut 25 Prozent auf rund 6100 Fälle sank.

Knapp die Hälfte der Straftaten im Grenzgebiet betrafen Eigentumsdelikte wie Einbrüche in Wohnungen und insbesondere in Garagen und Gartenanlagen. Zum Teil sei dies auf Beschaffungskriminalität zurückzuführen, meinte Schröter. „Das Problem Crystal Meth frisst sich von Süden nach Norden durch unser Land.“ Die Zahl der Rauschgiftdelikte stieg um knapp 90 Prozent auf insgesamt 772 Fälle. In Forst wurden mehr als 1900 Diebstähle registriert. Damit war fast jeder zehnte Einwohner davon betroffen.