Show

Eine Hymne für die Stuntmen

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Filmpark Babelsberg stellt das neue Programm vor. Attraktionen zur Eröffnung an Ostern

Lederkerle mit vernarbtem Gesicht und Stahlnieten auf der Jacke legen mit klobigen Stiefeln den ersten Gang ein, drehen den Gasgriff ihres verbeulten Motorrades auf und lassen das Krad aufheulen, um es dann mit Vollgas durch die kleine Arena zu schleudern. Auf dem rutschigen Boden schlängeln sich die Männer auf ihren Maschinen an qualmenden Autowracks, brennenden Blechtonnen und einem abgestürzten Militärhelikopter vorbei, während Feuerzungen aus Flammenwerfern nach ihnen lecken und das Echo von Schüssen an den künstlichen Vulkanwänden dröhnend widerhallt. Der Filmpark Babelsberg an der Potsdamer Großbeerenstraße hat zur heutigen Saisoneröffnung am 1. April den dritten Teil seiner halbstündigen Stuntshow aufgelegt.

Musik von „Subway to Sally“

„Bartertown – The next Generation“ kommt genauso martialisch daher wie seine Vorgänger „Final Countdown“ und „Bartertown“. Der Kampf um die letzten Ressourcen der Erde wird unerbittlich und brutal geführt. Friedhelm Schatz, geschäftsführender Gesellschafter des Filmparks, ist überzeugt zu wissen, was bei den Besuchern ankommt. Zumindest sagen es ihm die Zahlen. „Mehr als acht Millionen Zuschauer haben in den vergangenen Jahren unsere Bühnen-Stuntshows gesehen“, sagt Schatz und glaubt an den Erfolg des dritten Teils. Bei dem setzt er nicht nur auf aufregende Optik, sondern auch auf Effekte fürs Ohr.

Die Potsdamer Band „Subway to Sally“, Fans von Mittelalter-Rock seit 1990 ein Begriff, hat die neue Titelmelodie „Durchs Feuer“ für die Vorstellung komponiert und produziert. „Exklusiv für den Filmpark. Der Song wird auf keinem Album und bei keinem unserer Konzerte gespielt“, betont Musiker Michael Boden, Kopf der Gruppe. Die ist seit Sonntag von ihrer aktuellen Deutschlandtour zurück. „Die Idee, eine Hymne für die Stuntcrew Babelsberg zu schreiben, beschäftigt uns schon länger. Erst jetzt haben wir sie realisiert.“ Und das im Hauruckverfahren. „Für die Aufnahmen haben wir eine Sonderschicht zwischen zwei Tourblöcken eingelegt“, erzählt Boden alias Bodenski. „Vielleicht mischen wir uns ja mal unter die Stuntleute und spielen den Titelsong live im Vulkan.“

Nicht nur mit der Band aus Potsdam bleibt Friedhelm Schatz der Region verbunden. Auch mit den drei Kobolden, die durch die Zeit reisen können. „Menschen aus der DDR muss man sicher nicht erklären, wer die Abrafaxe sind, den Besuchern aus Westfalen vielleicht schon eher“, kommentiert Robert Krüger, Chef der Kunstmaler des Art Department Studio Babelsberg. Sein Werkstattteam hat dafür gesorgt, dass sich die neue Plaza am Traumwerker-Atelier in eine Kulisse für die Comicfiguren des Magazins „Mosaik“ verwandelt hat. Metergroße Plakate und Poster mit Comicszenen säumen den Platz, auf dem Familien künftig pausieren können. Glanzstück des Ensembles ist der neue Brunnen. Auf dem Edelstahlbecken erheben sich Abrax, Brabax und Califax samt ihrer tierischen Begleitung, einer kleinen Ratte, nebst Weltkugel. „Rund zwei Wochen haben wir für den Bau des Brunnens aus Kunststoff und Stahl benötigt“, erzählt Krüger. Er ist mit dem Ergebnis zufrieden. „Den schubst auch kein Sturm um“, spielt er auf das derzeit unbeständige Wetter an. Dieses spielte dem Filmpark in der Vergangenheit schon einmal böse mit: 2013 wurde eine Delle bei den Besucherzahlen registriert. 300.000 Gäste waren nur gekommen, weniger als erhofft. 2014 ging die Kurve wieder nach oben. 315.000 Besucher zählte der Filmpark in der vorigen Saison. Zum Auftakt der aktuellen Saison kann der Filmpark gleich zu Ostern mit einigen Attraktionen aufwarten. Schauspieler der ZDF-Serie „Soko 5113“ kommen am Sonnabend, den 4. April, zur Autogrammstunde ins Fernsehstudio 1. Am Ostersonntag wird für Kinder ein Basketballtrainingsparcours aufgebaut sein. Beim „Osterventure“ durch den Filmpark können Jungen und Mädchen Bäume erklimmen und in Labyrinthen nach dem richtigen Weg suchen. „Unsere fünf Horrornächte im Oktober werden sicher wieder der Bringer sein“, sagt Sprecherin Liane Nowak. „Im vergangenen Jahr war der Andrang so groß, dass wir sogar stundenweise den Einlass unterbrechen mussten.“

Die Caligari-Halle wird künftig nicht mehr die kleinen Forscher des Wissenschaftsmitmachmuseums Extavium empfangen. „Das zieht in die Innenstadt“, erklärt Schatz. Die Halle werde in das Filmparkprogramm integriert. Die notwendigen Umbauarbeiten beginnen in diesem Sommer. „2016 werden wir hier Neues bieten“, verspricht Schatz.