Nachruf

Brandenburg trauert um den Bürgermeister von Ludwigsfelde

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat bestürzt auf den plötzlichen Tod des Bürgermeisters von Ludwigsfelde (Teltow-Fläming), Frank Gerhard, reagiert.

Der SPD-Politiker war in der Nacht zu Mittwoch „plötzlich und völlig unerwartet“ gestorben, wie die Stadtverwaltung mitgeteilt hatte. Nach Medienberichten soll ein Notarzt zu Gerhards Wohnhaus gerufen worden sein. Er konnte jedoch nur noch den Tod des 48-Jährigen feststellen. Fremdverschulden wurde ausgeschlossen.

„Der Tod von Frank Gerhard ist ein schwerer Schlag“, erklärte Woidke in einem Kondolenzschreiben an die Angehörigen. „Nah bei den Menschen sein, die Ärmel hochkrempeln und die Dinge anpacken, etwas bewegen – das war sein Markenzeichen.“ Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) sagte: „Es wird schwer sein, die Lücke zu schließen, die er nun so plötzlich hinterlässt.“ Als eines der „tüchtigsten Stadtoberhäupter in Brandenburg“ würdigte ihn der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Karl-Ludwig Böttcher.

Frank Gerhard war seit 2008 Bürgermeister in Ludwigsfelde. Er war über die Parteigrenzen hinweg geachtet. Allerdings lag auch ein Schatten über seiner Karriere: Im Frühjahr 2013 hatte das Amtsgericht Zossen gegen ihn einen Strafbefehl über 25.200 Euro wegen Vorteilsnahme erlassen. Der Politiker hatte sich 2010 von einer Schweizer Firma zu einer Kurzreise einladen lassen. Bei den Landratswahlen 2013 unterlag er der Linken-Politikerin Kornelia Wahlen. Gerhard hatte 2008 die Nachfolge von Heinrich Scholl angetreten, der 2013 wegen Mordes an seiner Frau zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.