Streikende

Busse und Bahnen kommende Woche wieder planmäßig

Straßenbahnen standen still, Busse fuhren nicht: In Südbrandenburg wurden Fahrgäste des öffentlichen Personennahverkehrs am Freitag auf eine harte Probe gestellt.

Rund 210 Bus- und Straßenbahnfahrer beteiligten sich an einem Warnstreik, wie der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, Marco Pavlik, sagte. Es war der vierte Warnstreiktag in Folge, der immer in anderen Teilen Brandenburgs stattfand. Kommende Woche sollen Bahnen und Busse in der Mark wieder planmäßig fahren.

Verdi will mit den Arbeitsniederlegungen Druck in den laufenden Tarifgesprächen mit den Arbeitgebern machen. Die Gewerkschaft fordert unter anderem 120 Euro mehr im Monat für Bus- und Straßenbahnfahrer. Eine erste Verhandlungsrunde am 20. Februar war ergebnislos geblieben, die nächste ist laut Pavlik für den 16. März in Potsdam geplant.

Bis teilweise 14 Uhr dauerten die Warnstreiks am Freitag. Betroffen waren die Stadt Cottbus und weitere Kommunen in den Landkreisen Spree-Neiße und Dahme-Spreewald. 95 Prozent der Mitarbeiter, die zum Dienst hätten erscheinen soll, beteiligten sich am Ausstand, wie Pavlik sagte.

Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) bat die Gewerkschaft nach Angaben des Ministeriums darum, künftig Streiks im Interesse von Schülern früher anzukündigen. Die bisherige Kurzfristigkeit sei teilweise unzumutbar.

„Streiks lösen das Problem nicht“, hatte der Verhandlungsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Brandenburg e.V., Klaus Klapproth, zu Beginn der Arbeitsniederlegungen in dieser Woche erklärt. Die Verkehrsunternehmen sehen eine gewisse Berechtigung für Lohnerhöhungen und stehen einem fairen Kaufkraftausgleich auch nicht völlig ablehnend gegenüber, hieß es. Es gebe aber das nachhaltige Problem der Refinanzierung. „Es liegt nicht daran, dass die Unternehmen nicht wollen, sondern daran, dass sie nicht können.“