Bauvorhaben

Hasso Plattners Museum Barberini verliert seinen Gründungsdirektor

Rückschlag für das künftige Museum Barberini in Potsdams historischer Stadtmitte: Der Gründungsdirektor, Peter Joch, hat das Haus nach gut einem Jahr im Amt wieder verlassen.

Das teilte Geschäftsführer Rouven Westphal am Freitag überraschend mit. Ursprünglich sollte Jochs Vertrag zum Aufbau des Museums für die Kunstsammlung des Software-Milliardärs Hasso Plattner erst zum Jahresende 2015 auslaufen.

Peter Joch wolle sich neu orientieren und sei im gegenseitigen Einvernehmen von seinen Aufgaben entbunden worden. Er habe die Gründungsphase des Museums erfolgreich gestaltet, betonte Westphal. „Wir bedauern, dass der Gründungsdirektor schon jetzt um seine Entpflichtung gebeten hat“, sagte der Geschäftsführer. Der frühere langjährige Direktor der Kunsthalle Darmstadt hatte sein Amt im November 2013 angetreten.

„Projekt nicht gefährdet“

Mäzen und Milliardär Hasso Plattner sagte am Freitag auf Anfrage der Berliner Morgenpost: „Das Projekt ist in keiner Weise gefährdet, der Bau geht voran. Der Eröffnungsplan steht.“ Für das Museum soll das einstige Palais Barberini am Alten Markt wieder aufgebaut werden.

Das Palais ließ Friedrich der Große einst nach dem Vorbild in Rom errichten. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Potsdamer Barockbau zerstört. Der Bau soll im Spätsommer 2016 fertig werden, die Eröffnung ist zum Jahreswechsel 2016/ 2017 geplant. Willy Athenstädt, der den Bauherrn vertritt, sagte der Berliner Morgenpost: „Wir sind im Zeitplan und im Moment mit dem Baufortschritt sehr zufrieden.“

Das Museum Barberini soll die Sammlung ostdeutscher Kunst Hasso Plattners beherbergen und sich verschiedenen Kunstepochen widmen. Zur Sammlung gehören 80 Werke von 18 DDR-Künstlern, unter anderem von Wolfgang Mattheuer, Bernhard Heisig, Willi Sitte und Werner Tübke.

Bei seinem Amtsantritt hatte Joch erklärt: „Das Museum Barberini ist mein Traumprojekt. Unwiderstehlicher kann ein Ausstellungshaus kaum sein.“ Mit seiner Frau und seinem damals dreijährigen Sohn zog er nach Potsdam. Was zu seinem Rückzug geführt hat, darüber wollte die Geschäftsführung des Museums auf Anfrage der Morgenpost keine Auskunft geben, auch Peter Joch war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.