Protest

Rund 1700 Demonstranten gehen gegen Rechts auf die Straße

Aufstehen gegen Rechts: Rund 1700 Menschen sind am Wochenende in Cottbus und Frankfurt (Oder) gegen rechtes Gedankengut auf die Straße gegangen.

Am Sonntag zogen rund 1500 Teilnehmer durch die Cottbuser Innenstadt, wie der Veranstalter mitteilte. Unter dem Motto „Cottbus bekennt Farbe“ trugen sie Plakate mit Aufschriften wie „Laut für Toleranz“ oder „Nazis blockieren“. Grund für den Protest war eine NPD-Kundgebung anlässlich der Bombardierung von Cottbus vor genau 70 Jahren. Zu dieser kamen nach Polizeiangaben rund 50 Menschen.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprach sich in Cottbus gegen Rechts aus. „Wir stehen auf gegen Rechtsextremismus. Und wir lassen nicht zu, dass diejenigen, die Hass, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz predigen, in unserem Land das Sagen haben“, sagte er. Zeitweise standen sich die Gruppen gegenüber und pfiffen sich aus. Zu Beginn sprühten Polizisten Reizstoff, um den Angriff eines Mannes abzuwehren, der zur NPD-Kundgebung kam. Zudem habe es vier Platzverweise gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Im Großen und Ganzen sei der Tag aber weitgehend friedlich verlaufen.

Bereits am Sonnabend waren etwa 200 Menschen in Frankfurt (Oder) gegen einen Nazi-Aufmarsch auf die Straße gegangen. Dieser zog etwa 80 Demonstranten an, darunter war ein Mann, der ein Messer bei sich hatte. Die Polizei beschlagnahmte es und erstattete Anzeige wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Ein Polizeisprecher sagte: „Es verlief alles friedlich.“ Bereits Mitte Januar hatten sich in der Grenzstadt zu Polen rund 700 Demonstranten einem Aufmarsch von Rechtsextremen entgegengestellt.