Justiz

Nebenklage fordert im Rockerprozess elf Jahre Haft

Im Cottbuser Rockerprozess um eine Messerattacke auf einen Schüler hat die Nebenklage am Freitag jeweils elf Jahre Haft gefordert – für alle vier Angeklagten, wegen versuchten Mordes.

Der Anwalt des Opfers wirft den Männern vor, 2011 als damalige Rocker den 16-Jährigen in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) lebensgefährlich verletzt zu haben, weil sie ihn irrtümlich für ein Mitglied eines befeindeten Rockerklubs hielten. Der heute 19 Jahre alte Schüler überlebte nur durch eine Notoperation. Die Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafen zwischen sieben Jahren und neun Monaten und zwölf Jahren.

Die Verteidiger von drei Angeklagten beantragten am Freitag Freisprüche. Sie sehen viele Unstimmigkeiten bei Zeugenaussagen. Die Angeklagten hätten zwar angegeben, in der Tatnacht bei einer Diskothek gewesen zu sein, in deren Umfeld sich die Attacke abspielte. Der Angriff auf den 16-Jährigen könne ihnen aber aufgrund der fehlenden Beweislage nicht nachgewiesen werden, so die Anwälte. Das Plädoyer der Verteidigung des vierten Angeklagten steht noch aus.

Der Prozess läuft seit knapp zwei Jahren. Es sind noch mehrere Verhandlungstermine angesetzt.