Umzug

Potsdam-Museum verdoppelt Besucherzahlen

Direktorin zieht positive Bilanz nach der Wiedereröffnung

Es wird gehämmert und gesägt. Nur wenige Meter vom Potsdam-Museum entfernt ziehen Maurer und Zimmerleute auf dem Alten Markt die Kopie des Palais Barberini hoch. Trotz täglicher Geräuschkulisse, die bis Ende 2016 anhalten dürfte, sind Kulturdezernentin Iris Jana Magdowski (CDU) und die Chefin des Potsdam-Museums, Jutta Götzmann, gut auf die künftigen Nachbarn zu sprechen. Werke moderner Künstler sollen in dem nach italienischem Vorbild gestalteten Bürgerhaus gezeigt werden. „Das ist die perfekte Ergänzung zu unserem Angebot“, sagt Dezernentin Magdowski. Vor zwei Jahren zog das Potsdam-Museum von der Benkertstraße an den Alten Markt um. „Seither ist uns ein Quantensprung gelungen“, zieht Museumsdirektorin Götzmann jetzt Bilanz.

„Vor dem Umzug glich das Museum eher einer Heimatstube“, so Magdowski. Kein Vergleich zum aktuellen Image mit neuen Formaten. Nach 20-jähriger Abstinenz punkte das Museum beispielsweise wieder mit einer ständigen Schau zur Potsdamer Geschichte. Rund 31.000 Gäste haben im Vorjahr die Dauerausstellung und Sonderschauen in Augenschein genommen. „Ein enormer Zuwachs im Vergleich zu 2013 mit 17.600 Besuchern“, sagt Götzmann.

320.000 Euro konnte das Museum seit 2012 durch Spenden und Sponsoring einwerben, 50.000 Euro flossen allein durch das Engagement des Fördervereins. Für Götzmann ein Beleg für die hohe öffentliche Wahrnehmung des Hauses in der Stadt. Das zeigten auch die 163 Schenkungen mit 9162 Objekten aus privaten Haushalten. Dazu zählen der fotografische Nachlass von Roger Drescher, Gemälde der Potsdamer Künstler Stephan Velten und Barbara Raetsch, ein Husarenattila von Max Zech, Grafikbestände des Privatsammlers Siegfried Grauwinkel sowie eine umfangreiche Potsdam-Diasammlung des Landschaftsmalers Hubert Globisch. Arbeiten von Globisch mit Motiven seiner Potsdamer Heimat stellt das Museum von 21. Februar bis 26. April aus. Parallel werden unter dem Titel „Jenseits von Effi Briest“ Frauenporträts präsentiert, in Szene gesetzt von Künstlerin Sibylle Wagner. „Historische Jahresjubiläen bestimmen 2015 unsere inhaltliche Ausrichtung“, sagt Götzmann mit Blick auf das Kriegsende vor 70 Jahren. Zwei Ausstellungen sind dazu geplant, eine davon zum landesweiten Schülerprojekt „Spurensicherung 1945“. 1,76 Millionen Euro standen dem Museum 2014 zur Verfügung. Größter Posten: die Personalkosten. Das Budget für Ankäufe falle dagegen gering aus. „Trotzdem planen wir weitere Ankäufe, darunter Bilder von Manfred Hamm“, betont Götzmann.

Nach wie vor ungeklärt ist die Frage der künftigen Lagerung der Kunstschätze. Bislang nutzt das Potsdam-Museum Räume in Groß Glienicke und auf der Halbinsel Hermannswerder, doch diese behält sich die Stadt nun als mögliche Unterkünfte für Flüchtlinge vor. Als Retter in der Misere könnte sich die Stiftung „Großes Waisenhaus“ erweisen, die einen Neubau errichten wolle. „Wir sind im Gespräch über mögliche Mieträume“, so Götzmann.