Sicherheit

9700 Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen

Entschärfung einer Weltkriegsbombe legt große Teile des Potsdamer Zentrums lahm

Rund um die Fundstelle der 250 Kilogramm schweren Weltkriegsbombe in Potsdam auf der Baustelle an der Babelsberger Straße wird am heutigen Mittwoch ein 800 Meter großer Evakuierungsradius eingerichtet. Bis 8 Uhr morgens müssen in diesem Bereich mehr als 9700 Menschen ihre Wohn- und Arbeitsräume für die Dauer der Entschärfung verlassen.

Abgesehen vom benachbarten Potsdamer Hauptbahnhof liegen in diesem Gebiet auch die Rosa-Luxemburg-Grundschule, drei Pflegeheime, die Lenné-Gesamtschule, sechs Kindertagesstätten, das Bildungswerk Potsdam, Teile der Landesregierung und der Landtag. Es gibt Ausweichquartiere für die Betroffenen – das Freiland Potsdam an der Friedrich-Engels-Straße 22, der Treffpunkt Freizeit, Am Neuen Garten 64, die Comenius-Schule am Brauhausberg 10 und die Sporthalle der Förderschule am Schlaatz, Bisamkiez 107-110. Shuttlebusse ab Humboldtring und Friedrich-Engels-Straße bringen die Anwohner zu den jeweiligen Adressen. Auch der Bahnverkehr in der Landeshauptstadt wird für die Dauer der Entschärfung eingestellt. Ab 8 Uhr, so ein Sprecher der Deutschen Bahn, wird zwischen Babelsberg und dem Potsdamer Hauptbahnhof keine S-Bahn fahren. Regionalzüge passieren den Bahnhof zwischen 8 Uhr und 10 Uhr ohne anzuhalten. Von 10 Uhr an wird der Zugverkehr im Potsdamer Hauptbahnhof dann komplett zum Erliegen kommen. Während der Totalsperrungen sind keine Zugfahrten zwischen Potsdam Park Sanssouci und Griebnitzsee möglich. Da die Dauer der Entschärfung nicht genau eingeschätzt werden kann, geht die Bahn davon aus, dass der Betrieb voraussichtlich erst gegen 14 Uhr wieder aufgenommen werden kann. Buslinien, die das Gebiet durchqueren, fallen entweder aus oder werden umgeleitet.

Autofahrer werden gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren. Insgesamt sind mehr als 500 Helfer – von Polizei, Feuerwehr und Stadtverwaltung – im Einsatz, um den Sperrkreis zu räumen. Information rund um Sperrung und Evakuierung erhalten Anwohner unter der Telefonnummer (0331) 2891666.