Verkehr

Angefahren, als sie Leben retten will

Eine Frau hilft nach Unfall auf der A10. Ein Autofahrer übersieht sie. Insgesamt acht Verletzte

Bei einem schweren Verkehrsunfall auf dem östlichen Berliner Ring bei Marzahn sind vier Menschen schwer und drei weitere leicht verletzt worden. Am Sonnabend war ein Geländewagen in eine Unfallstelle gerast, nachdem ein Wohnmobil außer Kontrolle geraten und auf die Seite gekippt war. Zwei Autofahrer, die ihre Fahrzeuge vor dem Wohnmobil abgestellt hatten und erste Hilfe leisten wollten, wurden durch den Aufprall des Geländewagens schwer verletzt. Die Autobahn 10 blieb danach fast zwei Stunden in Fahrtrichtung Dreieck Barnim komplett gesperrt.

Nach Angaben der Polizei war zunächst ein Wohnmobil vom Typ Citroën Jumpy gegen 20.40 Uhr zwischen den Anschlussstellen Marzahn und Hohenschönhausen aus noch ungeklärter Ursache nach links ausgeschert und gegen die Mittelleitplanke geprallt. Das Wohnmobil eines 49-Jährigen kam dabei offenbar so heftig ins Schlingern, dass das Fahrzeug schließlich umkippte und auf der rechten Fahrbahn auf der Seite zum Liegen kam. Der Fahrer musste laut Polizei schwer verletzt mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Die Fahrerin eines VW Golf und der Fahrer eines Mercedes stoppten ihre Wagen, um den Insassen des Wohnmobils zu Hilfe zu kommen. Doch in diesem Moment fuhr ein Geländewagen vom Typ Nissan X-Trail offensichtlich nahezu umgebremst in die Unfallstelle und prallte auf das Wohnmobil. Weshalb der Fahrer nicht rechtzeitig auf den Unfall reagierte, ist Gegenstand der polizeilichen Untersuchungen.

Motorblock herausgerissen

Durch die enorme Wucht des Aufpralls wurde der Motorblock des Geländewagens aus dem Fahrzeug herausgerissen, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag der Berliner Morgenpost. Der Nissan hatte sich nach der Kollision um die eigene Achse gedreht. Die 59 Jahre alte VW-Fahrerin, die zu dem Wohnmobil geeilt war, wurde von dem sich drehenden Nissan erfasst und dabei schwer verletzt. Die Frau musste wie der Wohnmobilfahrer ins Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) in Marzahn eingeliefert werden. Der zweite Helfer, der aus seinem Mercedes ausgestiegen war, wurde gleichzeitig durch umherfliegende Trümmerteile getroffen. Dabei erlitt der Mann laut Polizei Schnittverletzungen an den Beinen und im Gesicht. Seine Blessuren konnten ambulant versorgt werden.

Zwei der insgesamt vier Insassen des schwarzen Geländewagens, dessen Frontpartie durch den Auffahrunfall völlig deformiert war, wurden indes schwer verletzt. Die Beifahrerin und eine weitere Frau mussten von der Feuerwehr mit erheblichen Verletzungen zur stationären Behandlung ins Klinikum Berlin-Buch eingeliefert werden. Der Fahrer des Nissans kam mit leichteren Blessuren davon, ebenso ein fünf Jahre altes Kind, das auf der Rückbank gesessen hatte und zur Beobachtung ins Klinikum Buch gebracht wurde.

Der Berliner Ring blieb nach dem Doppelunfall in Richtung Dreieck Barnim bis 22.30 Uhr voll gesperrt. Danach konnte eine Fahrbahn wieder frei gegeben werden. Die vollständige Freigabe des Unfallbereichs erfolgte erst gegen 1.15 Uhr. Die Ermittlungen zu dem genauen Unfallhergang, an denen auch Sachverständige beteiligt sind, dauern noch an.

Bereits am Freitag ist bei einem Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 87 bei Mittweide (Oder-Spree) ein Beifahrer ums Leben gekommen. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, war ein Kleintransporter von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Der Beifahrer starb noch an der Unfallstelle, der Fahrer wurde schwer verletzt in eine Klinik gebracht.