Prozess

Mutmaßlicher Chef der „Pillen-Bande“ hält Richter für befangen

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Chef der „Pillen-Bande“ und vier Komplizen ist nur wenige Minuten nach Beginn am Freitag unterbrochen worden.

Er geht am 18. Dezember am Landgericht Potsdam weiter. Grund ist ein Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter Andreas Dielitz. Die Verteidigung kritisiert unter anderem, dass er sich in einem Parallelverfahren abschätzig gegenüber Bandenmitgliedern geäußert und sie als „kriminellen Haufen“ bezeichnet habe. Außerdem sei Dielitz nicht mehr unvoreingenommen, weil er sich in zwei weiteren Verfahren gegen andere Bandenmitglieder bereits eine Meinung gebildet habe, erklärte ein Verteidiger. Die Staatsanwaltschaft wies den Antrag zurück. Das Gericht prüft jetzt die Vorbehalte.

Dem 45 Jahre alten mutmaßlichen Bandenchef und seinen Komplizen werden unter anderem gewerbsmäßiger Betrug, Bildung einer kriminellen Vereinigung und bandenmäßiger Schmuggel vorgeworfen. Sie sollen für weit mehr als 21 Millionen Euro gefälschte Potenz- und Schlankheitsmittel im Internet verkauft haben. Das Gericht hat bereits einige Täter verurteilt, andere müssen sich in weiteren Prozessen verantworten. Insgesamt gab es mehr als 30 Verfahren.