Prozess

Fall Maskenmann – Verfahren gegen Chef der Mordkommission

Die Polizei hat interne Ermittlungen gegen den Leiter der Frankfurter Mordkommission aufgenommen.

Es gehe um mögliche Dienstvergehen, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums in Potsdam am Donnerstag und bestätigte damit einen Bericht des RBB vom Mittwoch.

Was dem Beamten genau vorgeworfen wird, wollte der Sprecher mit Hinweis auf den Datenschutz nicht mitteilen. Er sagte lediglich, die Vorwürfe stünden „nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit den Ermittlungen im sogenannten Maskenmann-Fall“. Beurlaubt sei der Beamte nicht.

Seit Monaten gibt es immer wieder Kritik an der Ermittlungsarbeit der Polizei in dem Entführungsfall, bei dem der Täter eine Art Imkermaske trug. Laut RBB soll der Chef der Mordkommission weitere Ermittlungen zu kritischen Aspekten in dem Fall abgelehnt haben. Untergebene Polizisten hätten Zweifel an den Aussagen des mutmaßlichen Entführungsopfers geäußert. Dem sei nicht nachgegangen worden.

Der Prozess gegen den 47 Jahre alten mutmaßlichen Maskenmann wird am Montag fortgesetzt. Gehört werden laut Staatsanwaltschaft Polizeibeamte sowie eine Zeugin, die den Angeklagten gesehen haben will. Der Angeklagte soll im Herbst 2011 und im Herbst 2012 maskiert zwei Berliner Millionärsfamilien in Ostbrandenburg überfallen und dabei einen Banker aus seiner Villa in Storkow entführt haben, um Lösegeld zu erpressen. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Der Prozess könnte sich bis in den Februar hinziehen.

Die Anklage lautet auf versuchter Mord, versuchter Totschlag, schwere Körperverletzung und räuberische Erpressung. Der Angeklagte war nach rund zwei Jahren Ermittlungen im Herbst 2013 gefasst worden.