Stadtplanung

Reinickendorf zeichnet Bauherren für anspruchsvolle Architektur aus

Reinickendorfs Baustadtrat Martin Lambert (CDU) hat im Fontanehaus im Märkischen Viertel die Bauherrenpreise 2014 verliehen.

„Der Preis ist in Berlin einmalig und trägt zu einer Werte schaffenden Stadtentwicklung bei“, bedankte sich Lambert bei den Bauherren. Die Jury aus Stadt- und Regionalplanern, Immobilienexperten und Mitgliedern des Bezirksamtes, die unter dem Vorsitz des Architekten Peter Deluse tagte, zeichnete fünf Bauprojekte mit dem Anerkennungspreis aus. Dabei handelt es sich um eine begehrte Plakette, die viele Eigentümer auch aufhängen.

Der Bauherrenpreis wurde in diesem Jahr an den Neubau einer Kita an der Straße Alt-Wittenau 89 verliehen, die nach dem „Haus-in-Haus-Prinzip“ in das Baudenkmal eines Teils der ehemaligen Geschi-Brot-Bäckerei integriert wurde. „Der Bauherr hat der naheliegenden Versuchung widerstanden, den Abriss der traurigen Reste der Denkmalsubstanz zu beantragen und einen schlichten Neubau planen zu lassen“, lobte die Jury. Stattdessen sei ein „in die fachgerecht überarbeiteten Fassadenteile eingeschobener Neubaukörper von hoher Individualität“ entstanden. Ausgezeichnet wurde weiterhin das Wohnhaus am Werftendensteig 5/7. Bei der Modernisierung wurden auch große Balkone angebaut, lobt die Jury. An der Kühnemannstraße 11 wurde der Preis für die gärtnerische Verschönerung eines Grundstücks mitten im Industriegebiet verliehen. Am Waidmannsluster Damm 138 hat der Bauherr das 1885 als Wohnhaus des Begründers des Ortsteils Waidmannslust, Ernst Bondick, errichtete Gebäude gerettet. Es war laut Preisgericht stark beschädigt. Jetzt wird es als Bürogebäude genutzt. Dabei habe der Bauherr großen Wert darauf gelegt, die erhaltenswerten Teile der alten Bausubstanz zu retten. Ausgezeichnet wurde ebenso die denkmalgerechte Sanierung der nach den Plänen des Architekten Bruno Taut von 1925 bis 1933 geschaffenen Wohnanlage der Genossenschaft „Freie Scholle“.

Lob für städtebauliche Akzente

Weitere acht Bauprojekte erhielten eine anerkennende „Belobigung“. Darunter befindet sich beispielsweise der Erweiterungsbau der privaten Elisabethstift-Grundschule am Falkentaler Steig 10 in Hermsdorf. Nicht nur zusätzliche Klassenzimmer, auch eine Sporthalle seien neu entstanden. Die Brücke im zweiten Obergeschoss stelle dabei eine gelungene Verbindung des alten und neuen Teils her. „Das Ensemble setzt einen positiven städtebaulichen Akzent“, lobte die Jury. Sogar ein Discounter, der sich von der üblichen Bauweise abhebt, fand bei den Experten lobende Worte. Dabei handelt es sich um den Markt am Oraniendamm 46 in Waidmannslust, den die Planer in einer ehemaligen Druckerei ansiedelten.