Justiz

Maskenmann-Prozess: Sachverständige für befangen erklärt

Ein Jahr nach der Festnahme des mutmaßlichen „Maskenmanns“ hat das Landgericht Frankfurt (Oder) eine Kriminologin als Sachverständige vom Prozess ausgeschlossen.

„Die Sachverständige ist befangen“, sagte der Vorsitzende Richter am Dienstag. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft einen Antrag gestellt, dass eine Fallanalyse der Kriminologin nicht mehr im Prozess verwendet werden darf.

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, einen Manager in seiner Villa in Storkow (Oder-Spree) 2012 überfallen und entführt zu haben, um Lösegeld zu erpressen. Die Kriminologin und Soziologin überprüfte die Aussagen des Opfers später auf Glaubwürdigkeit. Dabei waren ihren Angaben zufolge Ungereimtheiten aufgetreten, die sie dem Frankfurter Mordkommissariat mitgeteilt habe.

Das Gericht stellte dagegen fest, dass sie als Sachverständige ihre fachlichen Kompetenzen überschritten habe. Sie habe dem Entführungsopfer eine „narzisstische Persönlichkeitsstörung“ attestiert, obwohl sie nicht die nötige psychiatrische Ausbildung habe. Ihre Informationen habe sie zudem teilweise aus den Medien entnommen, anstatt Akteneinsicht zu nehmen.