Straßenverkehr

Totalsperrung nach Auffahrunfall

Sattelauflieger rammt Gefahrguttransporter am Dreieck Nuthetal. Ein Lkw-Fahrer stirbt

Ein Lkw-Fahrer ist am Montagvormittag auf der A115 tödlich verunglückt. Der Unfall ereignete sich am Autobahndreieck Nuthetal bei Michendorf. Wie die Polizei mitteilte, kam es kurz hinter dem Zubringer von der A115 auf dem Berliner Ring A10 in Fahrtrichtung Dreieck Potsdam zu einem kleineren Stau. Aus diesem Grund bremste ein aus der Ukraine stammender Gefahrguttransporter ab und kam am Stauende zum Stillstand. Ein ihm folgender Sattelauflieger aus Niedersachsen habe das offenbar übersehen, konnte nicht mehr rechtzeitig stoppen und fuhr auf den stehenden Lkw, hieß es. Durch den Zusammenprall wurde der Sattelauflieger-Fahrer in seiner Kabine eingeklemmt. Der Mann konnte nur noch tot geborgen werden. Seine Identität stand am frühen Montagabend nach Angaben der Polizei noch nicht fest. Der ukrainische Kraftfahrer wurde ebenfalls verletzt.

Außerdem wurde der Gefahrgutanhänger, der 30.000 Liter der explosiven Flüssigkeit Ethylacetat geladen hatte, durch den Aufprall beschädigt. Laut Polizei liefen maximal 50 Liter der gefährlichen Fracht aus. Ein Großaufgebot der Feuerwehr und Spezialkräfte war über mehrere Stunden an der Unfallstelle im Einsatz. Ethylacetat wirkt narkotisierend und ist im Luftgemisch explosiv. Eine Gefährdung war jedoch nur in unmittelbarer Nähe des Unfallortes gegeben, hieß es. Ein Lkw-Fahrer, der kurz nach dem Zusammenprall Erste Hilfe leistete, klagte wenig später über Übelkeit und konnte nach ambulanter Behandlung wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Die Polizei riegelte das gesamte Autobahndreieck Nuthetal komplett für den Fahrzeugverkehr ab. Auch die entsprechenden Zufahrten der A10 Berliner Ring und der A115 wurden gesperrt. Es kam zu kilometerlangen Staus. Diese reichten bis zu den Autobahnen A2 und A9. Der geschätzte Sachschaden beträgt mehr als 100.000 Euro. In letzter Zeit kam es auf den Autobahnen rund um Berlin immer wieder zu Unfällen. So war am 1. September auf der A2 beim Rastplatz Rietzer See ein Lkw auf einen Kleintransporter aufgefahren, während sich dieser auf dem Standstreifen befand. In dem stehenden Auto saßen drei Menschen, einer verstarb noch am Unfallort, die anderen beiden wurden schwer verletzt. Nur zwei Tage später waren zwei 47 und 56 Jahre alte Männer nach einem Lkw-Unfall an einer Baustelle auf der A12 nahe Storkow (Landkreis Oder-Spree) tödlich verunglückt. Ein Lastwagen war erst umgebremst in ihren Kleinbus gerast und dann in einen langsam fahrenden Schwerlaster, wie die Polizei mitteilte. Die beiden Männer starben noch am Unfallort. Der Lkw-Fahrer kam mit Verletzungen in ein Krankenhaus. Und am vergangenen Dienstag wurden zwei 38 und 42 Jahre alte Lastwagenfahrer auf der A12 ebenfalls nahe Storkow in ihren Fahrzeugen eingeklemmt und schwer verletzt, nach einem Zusammenprall mehrerer Lkw.

Nach der Unfallbilanz 2013 ist nirgendwo sonst in Deutschland die Gefahr so groß, im Straßenverkehr zu sterben wie in Brandenburg. 170 Menschen sind 2013 bei Unfällen auf brandenburgischen Straßen ums Leben gekommen. Dies lässt sich zum Teil darauf zurückführen, dass die wichtigsten Transitstrecken nach Osteuropa durch das Land führen und der Verkehr auf der A2, A9 und A12 stark zugenommen hat.