Feuerwehr

Großbrand in Groß Glienicke

Vier Häuser gehen in Flammen auf. Ermittler vermuten technischen Defekt als Brandursache

Ein Großfeuer hat am Sonntagmorgen die Brandenburger Feuerwehr im Potsdamer Ortsteil Groß Glienicke in Atem gehalten. Vier Wohnhäuser waren betroffen, zwei von ihnen brannten bis auf die Grundmauern nieder und sind nicht mehr bewohnbar. Ein Mann wurde leicht verletzt und im Krankenhaus behandelt. Mehrere Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Der Brand brach offenbar durch einen technischen Defekt aus. Die Potsdamer Kriminalpolizei leitete ein Ermittlungsverfahren ein, um die genaue Ursache für das Feuer zu ergründen. Mit einem Ergebnis wird in den kommenden Tagen gerechnet.

Arbeiten im Schuppen

Laut Polizei hatte der Bewohner eines Einfamilienhauses an der Forstallee gegen 7 Uhr die Rettungskräfte alarmiert, nachdem er auf seinem Grundstück ein Feuer bemerkt hatte. Der 56-Jährige hatte in einem Schuppen neben einem Wohnhaus gearbeitet, als plötzlich der Strom ausfiel. „Als er nach dem Rechten sehen wollte, hat er zwischen dem Schuppen und einem direkt angrenzenden Wohnhaus ein Feuer entdeckt“, sagte eine Sprecherin. Das Feuer griff schnell auf das Wohnhaus und kurz darauf auch auf das Nachbarhaus über. Als Feuerwehr und Polizei wenig später eintrafen, waren bereits ein drittes und ein viertes Einfamilienhaus von dem Feuer betroffen. Diese beiden Brandstellen konnten jedoch schnell unter Kontrolle gebracht werden, sodass diese beiden Gebäude weiterhin bewohnt werden können. Die beiden anderen Häuser wurden durch das Feuer jedoch komplett zerstört. Die Bewohner können nicht mehr dorthin zurückkehren und haben alles verloren. Nach Informationen der Berliner Morgenpost kamen sie vorübergehend bei Bekannten beziehungsweise Verwandten unter.

100 Feuerwehrleute im Einsatz

Polizeikräfte haben während des Einsatzes insgesamt neun Personen von den betroffenen Grundstücken evakuiert. Der 56 Jahre alte Hausbesitzer erlitt bei dem Versuch, sein Hab und Gut zu retten, Brandverletzungen und wurde von einem Rettungswagen der Feuerwehr in ein Krankenhaus gebracht. Die Ärzte dort stellten allerdings fest, dass die Wunden weniger schlimm waren, als zunächst vermutet, und konnten den Mann nach einer ambulanten Versorgung wieder entlassen. Er muss jetzt allerdings täglich zum Arzt gehen und die Verbände wechseln lassen.

Die Ursache des Brandes sowie der Grund für die schnelle Ausbreitung der Flammen sind nach wie vor unklar und Gegenstand der eingeleiteten Ermittlungen. Insgesamt waren an den Löscharbeiten mehr als 100 Angehörige der Freiwilligen und der Berufsfeuerwehr aus Potsdam und Dallgow-Döberitz (Havelland) beteiligt. Die Löscharbeiten dauerten bis 13 Uhr an. Erst danach konnten die Experten der Kriminaltechnik des Landeskriminalamtes damit beginnen, Bauschutt zu sichern und Proben aus dem Erdreich zu nehmen.

Einem Ermittler zufolge könne nicht ausgeschlossen werden, dass versehentlich Brandbeschleuniger wie Benzin oder Spiritus ausgelaufen war und es durch einen technischen Defekt zur Entzündung kam. Der Sachschaden durch den Großbrand geht in die Hunderttausende. Der genaue Hergang des Unglücks müsse dem Beamten zufolge zunächst sehr genau geklärt werden. Sicher sei aber, dass es dem beherzten und schnellen Handeln des 56-Jährigen zu verdanken sei, dass die beiden anderen Häuser durch den Einsatz der Feuerwehr gerettet werden konnten. Glücklicherweise konnten auch die Menschen aus den beiden zerstörten Häusern zügig ins Freie geführt werden, bevor sie von den schnell um sich greifenden Flammen eingeschlossen werden konnten. Trotz aller Dramatik und dem materiellen Schaden könne von einem glimpflichen Ausgang des Feuers gesprochen werden, weil niemand getötet oder schwer verletzt wurde. Bei dem rasenden Tempo, mit dem die Flammen um sich gegriffen hätten, grenze dies schon an ein Wunder, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Die Aufräumarbeiten dauerten bis Redaktionsschluss an. Menschen aus der Nachbarschaft sollen bereits damit begonnen haben, den Familien, die alles verloren haben, mit Sachspenden wie Kleidung unter die Arme zu greifen. Wo sie in Zukunft unterkommen werden, ist allerdings noch völlig ungewiss.