Ermittlungen

Junger Wolf erschossen und geköpft

Totes Tier liegt im Naturschutzgebiet. Umweltschützer erstatten Anzeige

Im brandenburgischen Naturschutzgebiet „Lieberoser Heide“ ist an der Bundesstraße 168 ein toter Wolf ohne Kopf gefunden worden. „Experten des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin haben bei der Untersuchung des Kadavers festgestellt, dass das Tier erschossen wurde“, teilten die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg und mehrere Umweltverbände am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung mit. Der Kopf sei anschließend abgetrennt worden.

Das enthauptete Tier wurde vorige Woche von der zuständigen Behörde, dem Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV), geborgen. Bei dem toten Wolf handele es sich um ein zwei bis drei Jahre altes Männchen, dessen Herkunft noch nicht geklärt werden konnte. In dem Naturschutzgebiet sind seit 2009 wieder Wölfe heimisch. Sie stehen unter strengem nationalem und internationalem Schutz. Brandenburg hat Ende 2012 einen sogenannten Wolfsmanagementplan beschlossen. Er soll ein möglichst konfliktarmes Nebeneinander von Menschen und Wölfen regeln.

Fachstelle beim LKA gefordert

Die Stiftung erstattete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Cottbus. „Das Verletzen und Töten von Wölfen als Verstoß gegen das Artenschutzrecht stellt einen Straftatbestand dar“, sagte Andreas Piela, Vorstandsmitglied der Stiftung Naturlandschaften. Die Stiftung, der Naturschutzbund (Nabu) Brandenburg, WWF Deutschland, die Zoologische Gesellschaft Frankfurt am Main und der Landesjagdverband Brandenburg fordern von den Behörden eine konsequente Strafverfolgung. Darüber hinaus verlangt der Nabu die Einrichtung einer Fachstelle beim Landeskriminalamt (LKA). Sie soll bei Verstößen gegen das Artenschutzrecht und bei Wilderei-Straftaten tätig werden. „Für die Ermittlung derartiger Straftaten ist besondere Sachkunde erforderlich“, sagte Katharina Weinberg, Geschäftsführerin des Nabu Brandenburg. „Viel zu selten können die örtlichen Polizeidienststellen in derartigen Fällen ausreichend ermitteln und den Täter überführen.“

In Brandenburg ist das bereits der sechste bekannt gewordene Fall. Seit der Rückkehr der Wölfe im Jahr 2000 wurden in Deutschland damit zwölf Wölfe illegal getötet. Nur in drei Fällen konnte ein Täter ermittelt werden.