Gedenken

Bildungszentrum trägt Namen von Gewaltopfer Amadeu Antonio

Ein Bürgerbildungszentrum erhält den Namen von Amadeu Antonio, der 1990 Opfer rechter Gewalt wurde.

Der Angolaner war am 6. Dezember 1990 nach einem Angriff rechter Jugendlicher in Eberswalde (Barnim) gestorben. Er war eines der ersten Opfer rechter Gewalt in Ostdeutschland nach dem Mauerfall. Am Tatort wird alljährlich des getöteten Vertragsarbeiters gedacht. In der Stadt nordöstlich Berlins war lange darum gestritten worden, in welcher Form darüber hinaus an den 28-Jährigen erinnert werden soll. 2012 beschlossen die Stadtverordneten, dass ein Bürgerbildungszentrum seinen Namen tragen soll. Es befindet sich in einer früheren, denkmalgeschützten Backstein-Schule und wurde für rund 8,5 Millionen Euro aus verschiedenen Geldtöpfen saniert. Das Haus wird nun an diesem Sonnabend in Anwesenheit von Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) und Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski (FDP) eröffnet. In dem Gebäude sind unter anderem die Stadtbibliothek, eine Kita sowie mehrere Sozial- und Bildungsinitiativen untergebracht. Zu den Nutzern gehören nach Angaben der Stadtverwaltung auch die Koordinierungsstelle für Toleranz Eberswalde, die Barnimer Kampagne „Light me Amadeu“ und der Kulturverein „Palanca“.