Umwelt

Illegaler Müll: Gemeinden fordern Hilfe vom Land

Brandenburgs Städte- und Gemeindebund schlägt Alarm: Immer noch lagerten verteilt über das ganze Bundesland rund 1,6 Millionen Tonnen illegalen Mülls, ohne das klar sei, wann und wie diese Ansammlungen geräumt werden.

Dies sei nicht hinnehmbar, weil von den insgesamt 108 Deponien zum Teil erhebliche Gefahren ausgingen. Das sagte Geschäftsführer Karl-Ludwig Böttcher am Freitag. Die Mülllagerplätze müssten nach ihrer Gefährlichkeit eingestuft und dann geräumt werden. Bei der Landesregierung sei aktuell aber wenig Bereitschaft zu erkennen, die auf rund 160 Million Euro geschätzten Entsorgungskosten zu übernehmen.

Leidtragende der Situation sind laut Böttcher allein die Kommunen, die auf ihrem Territorium mit solchen Deponien zu kämpfen hätten. Brände wie in der Deponie Neuendorf (Amt Niemegk) oder in der Recyclinganlage Stechau (Amt Schlieben) zeigten, wie gefährlich diese Anlagen sind. So musste Neuendorf Einsatzkosten für den Großbrand von mehr 100.000 Euro allein schultern. Die illegalen Müllansammlungen sind größtenteils dadurch entstanden, dass Betreiber sich nicht an die Gesetze hielten und die Abfälle nicht ordnungsgemäß entsorgten, so der Städte- und Gemeindebund. Die verantwortlichen Unternehmen seien aber heute kaum noch greifbar.