Beteiligungsbericht

BER-Manager überholen Regierungschef

Liste mit Gehältern veröffentlicht. Brandenburg ist Spitzenreiter bei der Frauenquote

Das Land Brandenburg ist derzeit an 23 Unternehmen beteiligt. Dies geht aus dem aktuellen Beteiligungsbericht hervor, der alle zwei Jahre erscheint. Finanzminister Christian Görke (Linke) zeigt sich zufrieden. „Die Unternehmen haben sich insgesamt positiv entwickelt. Sie erwirtschafteten ein positives Jahresergebnis von zusammen 27,4 Millionen Euro.“ 17,8 Millionen Euro Gewinn machten die Unternehmen mit Sitz in Berlin und Brandenburg, an denen das Land beteiligt ist. „Damit hat sich die Bilanzsumme um drei Prozent erhöht, die Zahl der Beschäftigten stieg um fünf Prozent auf rund 3336 Mitarbeiter.“

Die Berliner Morgenpost listet aus dem Bericht die Gehälter der Manager der wichtigsten Landesunternehmen von 2012 auf. Die Bekanntgabe der Vergütungen ist freiwillig und nicht vollständig. Sie basiert auf einer Handlungsempfehlung aus dem vor vier Jahren neu gefassten Kodex des Finanzministeriums. Er soll für mehr Offenheit und Transparenz sorgen. Über die Hälfte der Unternehmen veröffentlichen nun die Vergütungen des Spitzenpersonals. Demnach haben die Manager des Pannen-Flughafens trotz des Dauer-Debakels weitaus mehr verdient als der Ministerpräsident. Im Jahr 2012 erhielt der damalige Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) 157.400 Euro.

Flughafen-Manager

Über den derzeitigen Flughafenchef Hartmut Mehdorn gibt der Bericht keine Auskunft. Der ehemalige Bahnmanager ist erst seit März vorigen Jahres im Amt. Die Finanz-Geschäftsführerin Heike Fölster kam im Mai 2013. Der frühere Flughafen-Manager Rainer Schwarz, unter dem die Eröffnung des BER platzte, erhielt im Jahr 2012 für seine Leistungen 568.000 Euro. Er fordert nach seiner Entlassung Mitte 2013 vor Gericht, dass seine Bezüge bis zum Ende des Vertrags 2016 weitergezahlt werden. Das Berliner Landgericht hat für den 4. September eine weitere mündliche Verhandlung angesetzt. Denn es war nicht zu dem vom Richter angeregten Vergleich gekommen. Der damalige Technik-Geschäftsführer Manfred Körtgen bekam 351.000 Euro im Jahr 2012. Sein Nachfolger Horst Amann, der vom 1. August 2012 bis 31. Oktober 2013 im Amt war, wurde mit 143.000 Euro entlohnt.

Lotto-Geschäftsführer

Die Land Brandenburg Lotto GmbH veranstaltet Lotterien und Sportwetten. Über eine Beteiligungsgesellschaft betreibt sie Spielbanken in Potsdam, Cottbus und Frankfurt/Oder. Die Landesregierung verteilt die eingenommen Lotto-Mittel auf den Landeshaushalt und einzelne Ministerien. Sie werden für soziale, humanitäre und kulturelle Zwecke ausgegeben. Zudem fließen die Gelder in die Denkmalpflege und den Umweltschutz. Die beiden bisherigen Manager Horst Mentrup und Klaus Walkenbach erhielten im Jahr 2012 zusammen 425.000 Euro. Der Lotto-Geschäftsführer Walkenbach ist im Mai 2013 mit 62 Jahren verstorben.

Museums-Chef

Das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam, gemeinnützige GmbH, beherbergt eine ständige Ausstellung zur Geschichte von Brandenburg und Preußen, aber auch wechselnde Themen. Einen Besucheransturm bescherten der bekannten Einrichtung am Neuen Markt zuletzt „König & Kartoffel“ sowie die Präsentation von Kunstwerken aus der privaten Sammlung von Software-Milliardär und Potsdam- Mäzen Hasso Plattner. Der Geschäftsführer Dr. Kurt Winkler erhielt im Jahr 2012 ein festes Gehalt von 72.000 Euro.

Investionsbank-Spitze

Die Investitionsbank ILB mit Sitz in Potsdam ist als „Anstalt des Öffentlichen Rechts“ zuständig für die Förderprogramme des Landes. Bis Ende 2012 war Klaus-Dieter Licht Chef der ILB. Er erhielt 370.000 Euro Gehalt, davon waren 250.000 fix vereinbart. Tilmann Stenger, sein Nachfolger an der Spitze der Bank, verdiente 242.500 Euro. Vorstandsmitglied Jaqueline Tag erhielt 272.000 Euro. Die ILB war im Zusammenhang mit dem Betrugsprozess gegen den Hotelier Axel Hilpert in die Schlagzeilen geraten. Das Gericht verurteilte Hilpert 2012 zu fünf Jahren und acht Monaten, weil er die Bank beim Bau des Luxusressorts Schwielowsee um 9,2 Millionen Euro Fördermittel betrogen haben soll. Hilpert ist auf freiem Fuß, da seine Anwälte Revision einlegten. Der Bundesgerichtshof bestätigte zwar die Schuld, sah die Gesamtstrafe aber als zu drastisch an. Nun wird der Prozess neu aufgerollt.

Zukunftsagentur-Manager

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Zukunfts-Agentur Brandenburg GmbH ist die zentrale Anlaufstelle für Unternehmen, die sich im Land ansiedeln wollen. Über die Zentrale in Potsdam-Babelsberg und ihre fünf Regional-Center bietet sie eine Vor-Ort-Beratung an. Der Chef der ZAB und Sprecher der Geschäftsführung, Steffen Kammradt, bekam ein Jahresgehalt von 139.000 Euro, davon waren 128.000 Euro fest vereinbart. Geschäftsführer Rolf Strittmatter verdiente 120.000 Euro, davon 114.000 Euro fix.