Sanierung

Freifläche am Neuen Palais jetzt gepflastert

Säulengänge werden am 11. September wiedereröffnet

Das barocke Areal gegenüber dem Neuen Palais in Sanssouci ist fast wieder so hergerichtet, wie es einst die Preußenkönige erlebten. Die bauliche Sanierung der Kolonnaden – der Säulengänge mit einem imposanten Triumphtor in der Mitte – ist bereits abgeschlossen. An der Freifläche werden noch letzte Arbeiten erledigt. „Etwa die Hälfte des rund 6000 Quadratmeter großen Areals ist gepflastert“, sagte Ralf Kreutz, Fachbereichsleiter Park Sanssouci bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, am Mittwoch.

Die Säulengänge gehören zum Ensemble des Neuen Palais von Preußenkönig Friedrich II. (1712-1786) und liegen gegenüber dem Schloss. Am 11. September ist die Wiedereröffnung geplant – mit einer barocken Pferdeoper. Für das Schauspiel mit etwa 20 Pferden, rund 100 Mitwirkenden und erwarteten Hunderten Besuchern wird der historische Platz aber noch einmal mit einem Spezialbelag vor Beschädigungen geschützt.

„Sichtbar ist nun wieder ein etwa 3,40 Meter breiter Streifen auf der Ostseite, das sogenannte Traufpflaster“, sagte Kreutz. Etwa 15 bis 20 Zentimeter Erde hatten über 100 Jahre lang die roten Klinkersteine bedeckt. „Sie waren jedoch sehr verwittert. Nur wenige konnten gerettet werden“, sagte er.

16 Kastanien werden noch gepflanzt

Um die historische Anmutung zu erhalten, kamen an ihren Platz Ziegel mit gelblicher, rötlicher und grünlicher Farbe. Auf der sogenannten Mopke – die Fläche ist benannt nach einer speziellen Verlegetechnik – wurde vieles ausgebessert. Auf 500 Quadratmetern sind nach Angaben von Kreutz die schlimmsten Löcher und Fehlstellen repariert. I-Tüpfelchen des Areals sind die Grünflächen. Etwa 1600 Quadratmeter wurden mit Rollrasen belegt, 2200 Quadratmeter gerade angesät. „Bis Mitte September gibt es einen dichten Flor“, sagte Kreutz. 16 etwa fünf Meter hohe Rosskastanien kommen entsprechend der alten Pläne im Herbst in den Boden. „Wir wollen kein Risiko eingehen und warten auf Pflanzwetter“, sagte der Fachbereichsleiter. Noch können sie in einer Brandenburger Baumschule wachsen. Platz finden die Bäume zwischen den Säulen auf der Westseite des Bauwerks. Das riesige Schloss mit seinen 970 Räumen war in der rekordverdächtigen Bauzeit von nur sieben Jahren errichtet worden. Dafür war es von Anfang an mit schweren Mängeln behaftet, die im Laufe der Jahrhunderte immer wieder kostspielige Sanierungen verursachten.