Umwelt

Greenpeace verweigert runden Tisch zu Braunkohletagebau

Vor der Entscheidung der Landesregierung über die Erweiterung des Braunkohletagebaus in Brandenburg haben die Gegner ihren Druck erhöht.

Die Umweltorganisation Greenpeace ließ einen geplanten Runden Tisch mit der Linkspartei platzen. Zuvor hatte die Linke bekräftigt, dass ihre Minister an diesem Dienstag dem Ausbau des Tagebaus Welzow-Süd zustimmen werden. Greenpeace sprach von einem Schmierentheater. Mehrere Umweltgruppen und Braunkohlegegner riefen zu einer 24-Stunden-Mahnwache in Herzberg (Elbe-Elster) auf. Dort entscheidet das rot-rote Kabinett am Dienstag, ob die Grube südwestlich von Cottbus vergrößert werden soll. Vattenfall will dort ab etwa 2026 rund 200 Millionen Tonnen Braunkohle fördern – etwa 800 Menschen droht die Umsiedlung.

Brandenburgs Vize-Regierungschef Helmuth Markov (Linke) sagte am Montag in Potsdam, die Position der linken Minister bewege sich im Rahmen des Koalitionsvertrages mit der SPD. Die Partei war jüngst immer stärker unter Druck geraten – unter anderem hatte Greenpeace in der vergangenen Woche in Berlin ein Protestcamp bei der Bundeszentrale der Partei eingerichtet. Markov betonte ebenso wie die Linken-Bundesvorsitzende Katja Kipping, die Partei wolle spätestens bis 2040 aus der Kohleverstromung aussteigen. „Ich hätte es auch gern schneller“, sagte Kipping. „Aber ich muss auch sehen, dass es mit einer SPD auch in Brandenburg nicht schneller geht.“ Landesumweltministerin Anita Tack (Linke) ergänzte, es sei noch nicht absehbar, wann die Braunkohle vollständig durch erneuerbare Energien ersetzbar sei.