Bildung

Potsdam bekommt Deutschlands erste Filmuniversität

Als Max Skladanowsky im Jahr 1895 begann, erste Filmsequenzen mit dem Bioskop zu projizieren, ahnte er wohl nicht, welche Entwicklung die bewegten Bilder erfahren würden.

Von Schwarz-Weiß zu Farbe, von Stumm- zu Tonfilm – das sind nur einige Veränderungen, die der Film in den vergangenen Jahrzehnten durchlaufen hat. An der Potsdamer Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) „Konrad Wolf“ stehen die bewegten Bilder seit 1954 im Fokus. Nun steht auch für die HFF eine große Veränderung an: Die Hochschule wird zur Filmuniversität – und zwar der ersten in ganz Deutschland. Mit einem Festakt soll diese Umwandlung am 8. Juli in Potsdam gefeiert werden.

Die Hochschule an der Marlene-Dietrich-Allee 11 ist nicht nur die älteste, sondern zugleich auch eine der modernsten und größten Filmhochschulen in Deutschland. Direkt auf dem Gelände der Filmstadt Babelsberg gelegen, wurde die HFF zum integralen Bestandteil des Medienstandortes. Filmausbildung, Filmproduktion und Filmdistribution stehen im Mittelpunkt des Studiums.

Berühmte Absolventen

Mehr als 5000 junge Menschen studierten in den vergangenen sechs Jahrzehnten hier bereits Regie oder Schauspiel, Drehbuch und Dramaturgie sowie Film- und Fernsehproduktion, unter anderem der deutschlandweit erfolgreiche Regisseur Andreas Dresen oder der Drehbuchautor Thomas Brussig, der 1999 den deutschen Drehbuchpreis für „Sonnenallee“ erhalten hat.

Heute hat die Hochschule, seit 2013 mit Präsidentin Susanne Stürmer an der Spitze, mehr als 500 Studierende. Die besondere Atmosphäre sei es, erklärt die HFF-Pressesprecherin Julia Diebel, die die jungen filmbegeisterten Frauen und Männer so schätzen: „Wir haben hier eine sehr professionelle, aber gleichzeitig auch familiäre Atmosphäre, die sicherlich auch daraus resultiert, dass wir neben der spezifischen Ausbildung in den einzelnen Gewerken viel Wert auf die Ausbildung studentischer Filmteams legen.“ Dies schweiße zusammen – sogar weit über die Semester und Kurse hinaus.

Die Umwandlung in eine Universität, die künftig den Namen „Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf“ tragen wird, eröffne nach Ansicht der Sprecherin ganz neue Möglichkeiten. „Dieser Schritt unterstreicht die Entwicklung, die in der Hochschule für Film und Fernsehen insbesondere in den vergangenen Jahren erfolgt ist. Er wird dem Forschungsbedarf im filmischen Kontext mit vielfältigen Forschungsaktivitäten im künstlerischen, technologischen, geistes- und sozialwissenschaftlichen Bereich Rechnung tragen. Wir können den Bereich der Forschung ausweiten und systematisieren dann konkret eine Verbindung von filmischer Ausbildung und wissenschaftlich-forschenden Aktivitäten anbieten“, fügt sie hinzu.

Neben den klassischen Studiengängen, die in allen Gewerken für Dokumentation, Spielfilm, Lang- oder Kurzfilm ausbilden, sind neue Studiengänge in Planung, unter anderem der Maste AV-Application Design. Er soll die Studierenden im Bereich der digitalen Workflow- und Pipeline-Entwicklung in der Filmproduktion ausbilden. Ein ähnliches Masterstudienangebot gibt es bisher deutschlandweit nicht, es stößt aber auch international auf großes Interesse am Markt.