Kindesmissbrauch

Bundespolizist zu sieben Jahren Haft verurteilt

Frank S. in 121 Fällen des Kindesmissbrauchs schuldig

Das Landgericht Frankfurt (Oder) hat am Montag einen Bundespolizisten zu sieben Jahren Haft wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt. Frank S. wurde in 121 Fällen schuldig gesprochen, davon waren 26 schwere Fälle. Der 47-Jährige, der auch als Trainer in einem Sportverein arbeitete, verbreitete über Jahre hinweg pornografische Schriften. Wie der Gerichtssprecher Marco Krieglstein auf Anfrage am Dienstag bestätigte, wurde Frank S. bereits im Februar 2007 wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften zu einer Freiheitsstrafe von elf Monaten verurteilt. Die Strafe war auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Über die Verurteilung informiert wurde der Arbeitgeber, die Bundespolizei, im Jahr 2007 aber nicht. Dabei ist in der Anordnung über Mitteilungen in Strafsachen (MiStra) geregelt, in welchen Fällen und in welchem Ausmaß Strafgerichte und Staatsanwälte informieren müssen. Wird beispielsweise ein Beamter straffällig, muss die Staatsanwaltschaft den Dienstherren des Beamten informieren. Das ist in diesem Fall scheinbar nicht geschehen.

Die erste Verurteilung von Frank S. aus dem Jahr 2007 wurde erst Jahre später mit den neuen Ermittlungen im August 2013 bekannt. Knapp drei Wochen vorher, Ende Juni, hatte die Landespolizei Brandenburg die Bundespolizei informiert, dass gegen den Mitarbeiter Frank S. ein Strafverfahren wegen sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen anhängig ist. Als die Sachlage im Juni 2013 bekannt wurde, leitete die Bundespolizei unverzüglich ein Disziplinarverfahren gegen den Beamten ein. Als die Bundespolizei schließlich im August von der Verurteilung aus dem Jahr 2007 erfahren hatte, habe der Dienstvorgesetzte aufgrund der neuen Sachlage unverzüglich das Disziplinarverfahren erweitert, heißt es.

„Frank S. wurde verboten, Dienstgeschäfte zu führen und auch die Genehmigung, eine Nebentätigkeit als Trainer auszuüben, wurde sofort widerrufen“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. „Seine Dienstbezüge wurden um 50 Prozent gekürzt.“ Frank S. wird mit der Rechtskraft des Urteils vom Montag aus dem Polizeidienst entlassen.