Messe

Die zehn Höhepunkte der ILA

Leise Flugzeuge und schlaue Satelliten: In Schönefeld beginnt am Dienstag die Luft- und Raumfahrtausstellung

Es trifft sich wieder, wer Flügel, Propeller und Triebwerke liebt. Am Dienstag beginnt die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA). Das sind die zehn Höhepunkte der Messe:

Punktlandung

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird die ILA eröffnen. Es ist der Startschuss für mehr als 1200 Aussteller aus 40 Nationen – die zweithöchste Beteiligung in der 105-jährigen Geschichte der Messe. Zum zweiten Mal nach 2012 findet die ILA auf dem Berlin ExpoCenter Airport in der Nähe des Flughafens Schönefeld statt. Die Messe Berlin GmbH rechnet mit 200.000 Besuchern und dadurch für die Region mit einer zusätzlichen Kaufkraft von 190 Millionen Euro.

Bundeswehr

Mit 25 Fluggeräten ist die Bundeswehr der größte Aussteller. „Wir wollen unsere Fähigkeiten präsentieren“, sagt Oberstleutnant Kai Gudenoge. Was die Bundeswehr so alles kann, zeigt sie bei ihrem Manöver „Willfire 2014“: dröhnende Kampflieger und knatternde Hubschrauber, aus denen sich Soldaten abseilen. Es geht auch um Rekrutierung. Die Bundeswehr nutzt die ILA, um technisches Personal für Wartung und Instandhaltung zu gewinnen.

Space Pavilion

Als „Herzstück“ des Raumfahrtauftritts preisen die ILA-Veranstalter den 1500 Quadratmeter großen „Space Pavilion“. Schon im Eingang stoßen die Besucher auf ein 1:1-Modell des Telekommunikationssatelliten Alphasat. Ein Schwerpunkt der Ausstellung sind die Weiterentwicklung der europäischen Trägerrakete Ariane 5 ME sowie die jüngsten Erfolge in der Erdbeobachtung.

Erdbeobachtung

Die deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X und TanDEM-X kreisen in einer Höhe von 500 Kilometern. Sie können ein dreidimensionales Höhenmodell der gesamten Erdoberfläche erstellen, unabhängig von Wetter oder Tageszeit. Im „Space Pavilion“ wird anhand eines Geländemodells des Rheintals demonstriert, wie diese Technik beispielsweise bei der Bekämpfung von Flutkatastrophen eingesetzt werden kann.

Forschung in der Luft

Das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum schickt zwei Maschinen aus seiner Forschungsflotte: die Antares DLR H2, das weltweit erste pilotengesteuerte Flugzeug mit Brennstoffzellen-Antrieb, und den Atmosphären-Forscher Falcon 20 E, der als erstes Flugzeug bei einem Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull den Aschegehalt messen konnte.

Flugzeug-Riesen

Auf den 100.000 Quadratmetern Freigeländefläche kommen die größten ihrer Zunft zusammen. Der französische Flugzeugbauer Airbus ist mit dem A380, dem größten Verkehrsflugzeug, und dem Beluga, dem Transportflugzeug mit dem größten Ladevolumen der Welt, vertreten. Auch die derzeit modernsten Verkehrsflugzeuge Airbus A350XWB und Boeing 747-8 schauen vorbei.

Leiseres Triebwerk

Der deutsche Triebwerkhersteller MTU präsentiert sein Getriebefan-Triebwerk PW1500G. Es verbraucht 15 Prozent weniger Treibstoff, stößt 15 Prozent weniger CO2 aus – und ist zehn Dezibel leiser als bisherige Triebwerke, was die subjektive Lärmwahrnehmung halbiert. Vielleicht eine Lösung für die Fluglärmproblematik am künftigen Flughafen BER? Bei MTU ist man von der Technik überzeugt, allerdings werde es Jahre dauern, bis sie sich durchgesetzt habe. Bis jetzt hat MTU 5500 Triebwerke an Airlines verkauft. Möglich ist offenbar auch, dass diese eines Tages im MTU-Werk in Ludwigsfelde gewartet werden.

Kerosin aus Zuckerrohr

Auch die Gewinnung alternativer Kraftstoffe steht im Fokus auf der ILA. Die Technologie des kalifornischen Unternehmens Amyris erlaubt die Nutzung von Zuckerrohr als Rohstoff, während das Unternehmen Solena zusammen mit British Airways in London Kerosin aus dem Abfall der Metropole herstellen will. Auch die Nutzung von Energiepflanzen wie Jatropha, Leindotter oder Algen, die nicht in Nahrungsmittelkonkurrenz stehen, ist möglich.

Partnerland Türkei

Mit einer jährlichen Wachstumsrate von bis zu 30 Prozent ist die Türkei eine aufstrebende Luftfahrt-Nation – und attraktiv für Unternehmer und Investoren. Entsprechend selbstbewusst will sich das ILA-Partnerland präsentieren.

Flugshows

Nicht fehlen darf der unverwüstliche Walter Eichhorn. Der Kunstflugweltmeister wird an den Publikumstagen wieder waghalsige Manöver zeigen, auch im Formationsflug mit Sohn Toni. Die Patrouille Suisse und das französische Breitling Jet Team gehören neben zahlreichen anderen Flugvorführungen zu den Höhepunkten in diesem Jahr.