Kampfmittelräumung

300 Potsdamer müssen am Abend ihre Wohnung verlassen

Baggerfahrer legt Fliegerbombe bei Grabungsarbeiten frei

Erneut wurde in Potsdam eine Weltkriegsbombe gefunden. Rund 300 Menschen mussten am Montagabend ihre Wohnungen und Häuser rund um den Nuthewinkel verlassen. Mehrere Straßen wurden gesperrt. Wie der Sprecher der Stadt Potsdam mitteilte, wurde der Blindgänger am Nachmittag bei Grabungen in der Nähe des Neubauwohngebietes Schlaatz gefunden.

„Ein Baggerfahrer hat die Bombe bei den Grabungsarbeiten bewegt“, sagte der Sprecher. „Aus diesem Grund muss die Bombe noch am Abend entschärft werden.“ Noch bevor die Sprengmeister an der Fundstelle zwischen Horstweg und Schlaatzweg eingetroffen waren, wurde ein Sperrkreis mit einem Radius von 1000 Metern rund um die Fundstelle eingerichtet. Gegen 22.22 Uhr hätten alle Anwohner diesen Speerkreis verlassen.

Als Notunterkunft für die Anwohner wurde die Waschhaus-Arena in der Schiffbauergasse geöffnet. 54 Anwohner, darunter Kinder, die Unterkunft mit Betten in Anspruch. Auch die 91-jährige Käte Grinda fand hier Schutz. Ab 21 Uhr startete die Entschärfung der 250 Kilogramm schweren amerikanische Fliegerbombe mit zwei mechanischen Zündern. Um 23:10 Uhr gab der Berliner Sprengmeister Mike Schwitzke dann Entwarnung: Die Entschärfung sei problemlos geglückt.

Die Bombe wurde auf einem Baugrundstück der NCC-Gruppe gefunden, die hier in den kommenden Jahren Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser errichten will. Noch bis Dezember hatten Archäologen auf dem Grundstück die Überreste eines germanischen Dorfes aus dem 1. bis 4. Jahrhundert freigelegt und gesichert.