Unglück

Zwei Todesopfer bei Doppelunfall auf A2

25-Jähriger läuft über die Fahrbahn und wird von Transporter überfahren. Dessen Fahrer rast danach in Sattelzug und stirbt im Autowrack

Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Autobahn A2 in Fahrtrichtung Hannover sind am Freitagmorgen zwei Menschen gestorben. Ein 25 Jahre alter Autofahrer hatte nach einer Kollision mit einem Lkw zwischen dem Dreieck Werder (Havel) und Lehnin (Potsdam-Mittelmark) seinen Wagen verlassen und wurde beim Überqueren der Fahrbahn von einem Kleintransporter erfasst, der nicht mehr ausweichen konnte. Dabei verlor der 37-jährige Fahrer des Transporters die Kontrolle über sein Fahrzeug und fuhr nahezu ungebremst in einen Lastwagen, der nach dem ersten Unfall auf der Standspur gehalten hatte. Der 37-Jährige wurde in dem Kleintransporter eingeklemmt und erlag noch in dem Autowrack seinen schweren Verletzungen. Die Autobahn war in Richtung Hannover für Stunden gesperrt.

Gegen Leitplanke geprallt

Nach ersten Erkenntnissen der Polizeiinspektion Brandenburg/H. hatte der 25-Jährige kurz nach 4 Uhr aus unbekannter Ursache mit einem Opel einen Mercedes-Sattelzug seitlich berührt, war ins Schlingern geraten, nach rechts von der Straße gekommen und gegen die Leitplanke geprallt. Der Wagen wurde zurück auf die Fahrbahn geschleudert und kam an der Mittelleitplanke zum Stehen. Der 50-jährige Fahrer des Sattelzuges stoppte den Lkw auf der Standspur. Der 25-jährige aus Polen und seine 26 und 27 Jahre alten verletzten Beifahrer stiegen aus dem Opel aus und gingen zu dem Lkw-Fahrer, um das weitere Vorgehen zu klären.

Danach kam es laut Polizei zu einer tragischen Verkettung von Umständen. Der Fahrer eines Mitsubishi sah den Opel zu spät auf der Überholspur und fuhr dagegen, wobei die Stoßstange abgerissen wurde. Ein nachfolgender BMW-Fahrer konnte nicht rechtzeitig ausweichen und überfuhr die Stoßstange. Als der 25-Jährige in diesem Moment wieder zu seinem Wagen gehen und die dreispurige Fahrbahn überqueren wollte, wurde der junge Mann von einem Kleintransporter erfasst und durch die Luft geschleudert. Der 25-Jährige blieb schwer verletzt auf dem Grünstreifen an einem Wildschutzzaun liegen. Der 37 Jahre alte Fahrer des Renault-Transporters hatte bei der Kollision die Gewalt über das Fahrzeug verloren und prallte mit hoher Geschwindigkeit in das Heck des stehenden Sattelzuges. Der 37-Jährige war in dem völlig deformierten Wrack des Transporter eingeklemmt. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod des 37-Jährigen und des 25 Jahre alten Opelfahrers feststellen. Die beiden verletzten Mitfahrer des Opels wurden in ein Krankenhaus eingeliefert. Der 50-jährige Lkw-Fahrer hatte im Verlauf des Unfallgeschehens einen Schock erlitten und musste ambulant behandelt werden.

Die A2 wurde von Polizeibeamten und der Mitarbeitern der Autobahnmeisterei am Dreieck Werder in Richtung Hannover voll gesperrt, der Verkehr über die Anschlussstellen Groß Kreutz und Glindow (A10) umgeleitet. Nach knapp vier Stunden konnte die Vollsperrung aufgehoben und zwei Fahrspuren Richtung Westen freigegeben werden. Eine Stunde später war auch die dritte Fahrbahn geräumt. Die Polizei ließ zur Klärung der genauen Unfallursache den Opel und den Kleintransporter sicherstellen. Die beiden Fahrzeuge werden nun untersucht. Die polizeilichen Ermittlungen zum Unfallgeschehen dauern an, zudem soll ein Gutachter in die Untersuchungen eingebunden werden.