Flughafen

BER kostet pro Monat 17 Millionen Euro an Betriebskosten

Der laufende Unterhalt des nicht eröffneten Großflughafens BER in Schönefeld kostet die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) jeden Monat 17 Millionen Euro.

Diese Zahl nannte FBB-Chef Hartmut Mehdorn am Mittwoch bei einer Anhörung durch den Verkehrsausschuss des Bundestages in Berlin. Danach sind seit der geplatzten BER-Eröffnung im Juni 2012 bereits Betriebskosten von 340 Millionen Euro aufgelaufen, die nicht durch Einnahmen aus dem Flugbetrieb gedeckt sind. Hinzu kommen entgangenen Einnahmen, die die FBB beim Betrieb eines modernen Flughafens etwa durch größere Verkaufsflächen im Terminal und die Verpachtung von Flächen hätte erzielen können. Mehdorn hatte diesen Schaden bereits vor einiger Zeit mit monatlich 14 Millionen Euro beziffert. Die Verluste durch den BER müssen am Ende die Eigentümer der Flughafengesellschaft tragen, zu denen neben den Ländern Berlin und Brandenburg auch der Bund gehört.

Auch um die Kostenrisiken eingrenzen zu können, hatte der Bundestagsausschuss für Verkehr den Berliner Flughafenchef einbestellt. Doch an Mehdorn beißen sich derzeit selbst Bundespolitiker die Zähne aus. Der 71-jährige Manager ließ auch bei seiner einstündigen Anhörung offen, wann der neue Hauptstadtflughafen in Schönefeld öffnen wird und wie viel Geld der BER am Ende mehr kosten wird. „Aus Sprint ist inzwischen ein Dauerlauf geworden“, sagte der Grünen-Verkehrsexperte Stephan Kühn in Anspielung auf das von Mehdorn gestartete Experten-Programm, mit der er die Fertigstellung des BER beschleunigen will. Doch statt klarer Aussage habe es viele vage Absichtserklärungen gegeben. Danach hält Mehdorn an seinen mehrfach geäußerten Plan fest, am 1. Juli den Pier Nord des neuen BER-Terminals für einen Probebetrieb mit wenigen Abflügen am Tag in Betrieb zu nehmen. Einen Eröffnungstermin für den gesamten Airport in Schönefeld nannte der Manager weiterhin nicht. „Wir sagen Termine, wenn wir wirklich klar sagen können: Dann passiert’s.“