Himmelsbeobachtung

Naturpark Westhavelland soll zum Sternenpark werden

Der Naturpark Westhavelland erwartet die Auszeichnung als Deutschlands erster internationaler Sternenpark.

„Wir sind sehr optimistisch, dass es diesmal klappt“, sagte Nationalparkleiterin Kordula Isermann. Die Entscheidung der „International Dark Sky Association“ in den USA werde voraussichtlich Anfang Februar fallen. Die Region um Gülpe nur 70 Kilometer westlich von Berlin gilt unter Astronomen schon lange als einer der dunkelsten Orte Deutschlands.

„Dort kann man dieses Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr bei klarem Wetter wunderbar die Winter-Milchstraße und das Sternenbild des Orion sehen“, sagte Astronom Andreas Hänel, Sprecher der deutschen Initiative „Dark Sky – Vereinigung der Sternenfreunde“. Der abnehmende Mond gehe in der Woche erst in der zweiten Nachthälfte auf. Die Hoffnung auf den Weihnachtsstern ist allerdings bereits im November verdampft. „Wir hatten auf den Kometen Ison gesetzt, der aber leider der Sonne zu nahe gekommen ist“, bedauerte Hänel. Nach Angaben von Hänel wollen sich auch das Biosphärenreservat Rhön und der Naturpark Eifel um das Siegel „Sternenpark“ bewerben. „In der Rhön sind aber beleuchtete Skipisten und in der Eifel die Nähe zu Köln ein Problem.“

Damit es im Westhavelland mit der Auszeichnung als Sternenpark klappt, haben sich die Gemeinden in der wenig besiedelten Region der Havelniederung zwischen dem Gülpener und dem Hohenauener See verpflichtet, auf eine entsprechende Straßenbeleuchtung zu achten. „Die Orte müssen das Licht nicht dimmen, dürfen künftig aber nur Beleuchtungssysteme mit warm-weißem Licht unter 3000 Kelvin verwenden“, so Isermann. Der Sternenpark soll weitere Besucher ins Westhavelland locken. Dafür liegen die Pläne schon bereit. So sollen Outdoor-Liegestühle aufgestellt werden, Hoteliers wollen etwa ein spätes Frühstück für Nacht-Sternenschwärmer anbieten.