Kriminalität

Als Postboten getarnte Rocker sollen Frau überfallen haben

Nach einem Raubüberfall zweier falscher Postboten aus der Rockerszene auf eine Frau sitzt an diesem Donnerstag ein mutmaßlicher Komplize auf der Anklagebank.

Im Prozess vor einem Berliner Amtsgericht wirft die Staatsanwaltschaft dem 30-Jährigen vor, auf der Straße Wache gehalten zu haben, während die angeblichen Postboten die Frau im Juni 2010 in ihrer Wohnung ausraubten. Durch Drohungen und Gewalt verängstigt, hatte die Berlinerin den beiden Männern in ihrer Wohnung im Stadtteil Hellersdorf rund 82.000 Euro übergeben. Das Geld stammt nach Angaben eines Gerichtssprechers möglicherweise aus Drogengeschäften des Sohns der Überfallenen.

Die falschen Postboten sind in einem eigenen Prozess als Mitglieder der Rockergruppe Bandidos wegen einer Reihe von Straftaten verurteilt worden. Sie werden nun als Zeugen erwartet. Der 30-Jährige hat nach Angaben des Gerichtssprechers bisher zum Vorwurf des gemeinschaftlichen Raubes geschwiegen. Der Angeklagte soll an der Beute beteiligt gewesen sein.

In einem anderen Prozess, der derzeit vor einem Moabiter Schwurgericht geführt wird, ist der ehemalige Chef der Nomads, einem Berliner Ableger der Hells Angels, wegen versuchten Mordes angeklagt. Der 52-jährige Holger B. soll einen Komplizen beauftragt haben, den neuen Chef der Nomads, Andre S., zu erschießen.

Obwohl er in der Nacht vom 9. auf den 10. Juni 2012 vor einem Lokal in Hohenschönhausen von mehreren Schüssen im Oberkörper getroffen wurde, überlebte Andre S. den Angriff. Den Mordauftrag mit organisiert haben soll der nun ebenfalls angeklagte Michael W.

Der 64-jährige gebürtige Ukrainer mit deutschem Pass hat zwar nichts mit der Rockerszene zu tun, gilt aber als umtriebiger Geschäftsmann mit vielfältigen Kontakten.