Gedenken

5000 Teilnehmer bei Demonstration für Silvio Meier

Mehr als 5000 Menschen sind am Sonnabend zum Gedenken des vor 21 Jahren getöteten Hausbesetzers Silvio Meier mit einer Demonstration durch Friedrichshain gezogen.

Es seien deutlich mehr Teilnehmer zusammengekommen als erwartet, sagte ein Polizeisprecher. Die Demonstration war etwa doppelt so groß wie in den vergangenen Jahren, verlief aber zunächst weitgehend ohne Eskalation. Mehrmals sei zwar Pyrotechnik abgefeuert worden, größere Gewaltausbrüche seien aber zunächst nicht gemeldet worden.

Parallel zogen in Schöneweide rund 150 Neonazis vom S-Bahnhof Schöneweide in Richtung Rudow. Zunächst hatten 170 Gegendemonstranten protestiert, im Laufe der Veranstaltung löste sich die Gruppe jedoch auf. Die Polizei war bei beiden Demos mit zusammen etwa tausend Beamten vor Ort, um ein gewaltsames Aufeinandertreffen von linken und rechten Gruppen zu verhindern.

Die Situation war auch deshalb angespannt, weil am vergangenen Freitag ein 31 Jahre alter NPD-Funktionär von mehreren maskierten Männern, möglicherweise aus der linksextremen Szene, überfallen und brutal zusammengeschlagen wurde. Er erlitt einen Schädelbasisbruch, mehrere Platzwunden, einen komplizierten Handbruch und eine zertrümmerte Kniescheibe.

Silvio Meier war am 21. November 1992 von einem Neonazi im U-Bahnhof Samariterstraße in Friedrichshain erstochen worden. Unmittelbar nach seinem Tod richteten Jugendliche an dem U-Bahnhof eine Mahnwache ein.