Lärmschutzmaßnahmen

BER-Nordbahn soll bereits 2014 saniert werden

Lärmkommission empfiehlt Routen für die Teileröffnung

Flughafenchef Hartmut Mehdorn will die Nordbahn des Flughafens Schönefeld noch im nächsten Jahr sanieren. Mehdorn möchte die marode Piste des alten Flughafens, die auch der neue Airport BER nutzen wird, vor der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens instand setzen. Bevor Ende 2014 der Frost beginne, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, sagte der Vorsitzende der Fluglärmkommission, Gerhard Steintjes, am Montag in Schönefeld. Er bezog sich auf Aussagen Mehdorns in der Sitzung der Kommission. Geplant sei eine Bauzeit von etwa vier Monaten.

In dieser Zeit werden die Maschinen vom Flughafen Schönefeld-Alt von der bereits fertiggestellten Südbahn des neuen Airports abheben. Mehdorns Pläne kommen einer vorübergehenden Teileröffnung des BER gleich. Am 1. Juli 2014 sollen nach derzeitigem Zeitplan die ersten Maschinen von der Südbahn abheben. Dann seien rund 4000 Haushalte zusätzlich von Fluglärm betroffen. Sie müssen bis zum ersten Start von der Südpiste gegen Lärm geschützt oder entschädigt werden, so der Chef der Oberen Luftfahrtbehörde Berlins und Brandenburgs, Wolfgang Fried. „Das ist sportlich“, sagte er. Der Flughafen habe in der Sitzung von Problemen gesprochen. Auch Steintjes betonte, die Kommission bestehe auf Lärmschutzmaßnahmen vor der temporären Eröffnung des BER.

Das Gremium aus Bürgermeistern und Luftfahrtvertretern empfahl am Montag Flugrouten für die Zeit der Nordbahnsanierung. In Richtung Westen starten die Maschinen über Dahlewitz und drehen südlich von Ludwigsfelde in Richtung Westen oder Osten ab. Nach Osten gehen die Starts über die Gosener Wiesen und dann südlich an Erkner vorbei. Mit ihrer Empfehlung hat die Kommission die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass der Flughafen die Sanierung der Nordbahn und die Flugrouten für die vorübergehende Nutzung der Südbahn bei den zuständigen Behörden beantragen kann.

Frühestens im Juni 2014 wird die Deutsche Flugsicherung (DFS) die Routen für den Interimsbetrieb festlegen. „Wir haben die Routen gewählt, die am wenigsten Bürger mit Fluglärm belasten“, sagte der Vorsitzende der Fluglärmkommission, Steintjes. Insbesondere Mehrfachbelastungen sollen durch die nun empfohlenen Varianten vermieden werden. Eine scharfe Rechtskurve nach Ostabflügen – wie für den Regelbetrieb des BER geplant – werde es während der Nordbahnsanierung nicht geben, sagte Hans Niebergall, Berliner Niederlassungsleiter der DFS. Diese sogenannte Hoffmann-Kurve vertrage sich derzeit noch nicht mit den Flügen nach Tegel.

Routen, die Blankenfelde–Mahlow nachts entlasten könnten, hat die Fluglärmkommission am Montag nicht diskutiert. Das entsprechende Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg sei noch nicht rechtskräftig, sagte Steintjes. Die DSF hat für eine Revision bis Dezember Zeit. Die Kommission werde dieses Thema erst während ihrer nächsten Sitzung am 17. Februar besprechen, kündigte Steintjes an.