Prozess

„Das war mein erster Mord, wen soll ich jetzt töten?“

28-Jähriger soll Bekannte im Badesee ertränkt haben

Am 8. Juni fand ein Angler im Habermannsee im Stadtteil Mahlsdorf die Leiche einer Frau. Fünf Tage später wurde ein 28-jähriger Wohnungsloser festgenommen, dem vorgeworfen wird, die 33-jährige Eileen P. ertränkt zu haben. Seit Dienstag muss sich Adrian Z. vor einem Moabiter Schwurgericht wegen Mordes verantworten.

Zu Prozessbeginn ließ der Angeklagte über seine Verteidigerin erklären, dass er sich zunächst nicht äußern werde. Es folgte eine vielleicht schon entscheidende Aussage einer Zeugin, die bei dem Mord offenbar dabei war.

Die 17-jährige Josefine M. berichtete, dass sie am 8. Juni mit einer Freundin zum Habermannsee gefahren sei, „um noch was Kleines zu trinken“. Wenig später seien Adrian Z. und die später ermordete Eileen P. erschienen. Beide seien schon stark angetrunken gewesen. Adrian Z., so die Zeugin, habe vermutlich auch Kokain genommen, das glaubte sie „an seinen stark geweiteten Pupillen“ erkannt zu haben. Später seien noch zwei weitere junge Männer dazugekommen.

Adrian Z., sagte die Schülerin, soll sich im Laufe des Abends mehrfach abfällig und auch sehr aggressiv über Eileen P. geäußert haben. Mit Sätzen wie: „Ich will die loswerden, die muss weg.“ Oder auch: „Ich muss die umbringen, die hat einen von meinen Leuten verarscht.“ Wenig später soll er die noch immer stark betrunkene Eileen P. in den See geworfen haben. „Er hat sie runtergedrückt, hochgezogen und wieder runtergedrückt“, sagte Josefine M. Anschließend soll sich Adrian Z. auch noch gebrüstet haben: „Das war mein erster Mord, wen soll ich jetzt töten?“

Die Schülerin war nach eigener Aussage zu diesem Zeitpunkt selber angetrunken. Sie und ihre Freundin seien von einem der Männer vom Tatort weggeschickt worden und mussten auch ihre Handys abgeben. Erst am nächsten Morgen sei ihr richtig klar geworden, was da geschehen sei, sagte Josefine M. Sie sei dann auch sofort zur Polizei gegangen.

Eileen P. hinterließ zwei kleine Kinder, die der alkoholkranken Frau aber schon Monate vor dem Mord weggenommen wurden und in einer Pflegefamilie leben. Der mehrfach vorbestrafte Adrian Z. muss sich in diesem Prozess außerdem wegen einer Serie von Straftaten verantworten. So soll er mit der Behauptung, Mitglieder der Rockergruppierung Hells Angels zu kennen, Gelder erpresst haben. Der Arbeitslose stand seit Sommer 2010 unter Führungsaufsicht. Laut Anklage sei er den Treffen mit seinem Bewährungshelfer jedoch ferngeblieben.