Kommission

Viel Lärm um die Routen: Ab Montag wird wieder beraten

Konzept eines Hobby-Piloten steht auch zur Diskussion

- Am kommenden Montag treffen sich die Vertreter der Fluglärmkommission, um über mögliche neue Flugrouten für den Hauptstadtflughafen BER zu beraten. Vertreter von Anrainer-Gemeinden und aus der Luftfahrtbranche diskutieren die Konsequenzen aus dem Teilerfolg der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg im September dieses Jahres. Dieses hatte entschieden, dass Nachtflüge über die am stärksten vom Lärm betroffene Gemeinde rechtswidrig sind. Nachtflieger sollen künftig einen großen Bogen um Blankenfelde-Mahlow fliegen. Das Oberverwaltungsgericht untersagte auch die geplanten Flüge über den Wannsee.

Das Urteil rief die Nachbargemeinden auf den Plan und sorgt nun für Widerstand in den Ortschaften. Sie stellen die Flugroutenplanung komplett in Frage. Aufgrund des Urteils und der Umfliegung ist auch mit einer größeren Lärmbelastung in Lichtenrade sowie der Gemeinde Teltow zu rechnen. Die dortigen Bürgerinitiativen haben bereits Widerstand angekündigt. Verschiedene Gemeinden werden das „Modell Hoffmann“ auf den Beratungstisch bringen. Das Konzept des gleichnamigen Hobby-Piloten, Marcel Hoffmann, sieht vor, die Zahl der Flugrouten außerhalb der Spitzenzeiten zu reduzieren. Dann soll eine Bahn des Flughafens ausschließlich für Starts und die andere nur für Landungen benutzt werden. Das „Prinzip der intelligenten Bahn- und Flugroutennutzung zur Netto-Fluglärmentlastung“ könnte nach Überzeugung Hoffmanns die Zahl der vom Fluglärm betroffenen Anwohner um mehr als 100.000 senken.

Ebenfalls am Montag will das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung – diese Behörde legt die Flugrouten fest – den 32 Bürgermeistern über das Urteil des Oberverwaltungsgerichts im September berichten. Vertreter dieser Behörde wollen auch Vorschläge für Flugrouten präsentieren, auf denen die Maschinen vorübergehend von der Südbahn aus starten sollen, während die Nordbahn saniert wird. Bei der Präsentation geht die Behörde noch von einer Inbetriebnahme des Flughafens im Juni 2014 aus. Die Flughafengesellschaft hat hingegen noch keinen Termin festgelegt. Die Nordbahn wird aber bereits für Starts und Landungen vom alten Schönefelder Flughafen genutzt und muss saniert werden.

Weitere Demonstrationen geplant

Das Bundesamt hatte Anfang des Jahres 2012 die Flugrouten festgelegt. Sie gelten für Starts. Danach können die Maschinen Kurven fliegen, um Wohngebiete zu meiden. Bei Landungen aber müssen sie geradeaus fliegen. Ungeachtet der Beratungen bereiten die Bürgerinitiativen weitere Demonstrationen für ein Flugverbot in der Zeit zwischen 22 Uhr und 6 Uhr vor. Am 19. Oktober wollen sie vor die Zentrale der Berliner CDU in Schöneberg ziehen, am 16. November ist der Landesverband der SPD in Wedding ihr Ziel für den Protest.