Ermittlungen

„Maskenmann“: Polizei findet weitere Beweise

Tatverdächtiger schweigt zu den Vorwürfen

– Die Polizei sucht weiter nach der Tatwaffe des mutmaßlichen „Maskenmannes“, der am Dienstagabend festgenommen wurde. Es seien auch am Freitag weitere Wohnungen und Grundstücke durchsucht worden, sagte der Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder), Ulrich Scherding. Details wollte er nicht nennen, um die laufende Operation nicht zu gefährden.

Der 46-Jährige Mario K., der ein langes Vorstrafenregister hat, soll in Brandenburg zwei Millionärsfamilien überfallen und einen Manager entführt haben. Er hat in ersten Befragungen gesagt, er sei unschuldig. Sonst habe er sich bislang nicht zur Sache geäußert, so der Sprecher. Der Mann, der in Untersuchungshaft sitzt, habe trotz mehrfacher Aufforderung noch keinen Anwalt bestellt.

Der Tatverdacht gründet sich laut Staatsanwaltschaft auf eine Reihe von Indizien. Derzeit würden vor allem Personen aus dem Umfeld des Mannes befragt, um weitere Beweise zu sammeln und die Indizienkette zu stärken. Hinweise auf Komplizen gibt es bislang nicht. Der Verdächtige gilt als typischer Einzelgänger, was auch die Befragung von Bekannten des Verdächtigen erschwert. Nur die wenigsten könnten wirklich hilfreiche aktuelle Informationen zu dem Mann liefern, erklärte ein Ermittler. Zu den Ergebnissen der Durchsuchungen wollte sich der Sprecher nicht im Detail äußern. Er sagte lediglich, es seien weitere Beweismittel gefunden worden, die den Tatverdacht erhärten. Bis zur Anklageerhebung werde es vermutlich Monate dauern. Wegen der Schwere der Taten – dreifacher versuchter Totschlag und erpresserischer Menschenraub – drohe bei einer Verurteilung eine lebenslängliche Haftstrafe, hieß es dazu aus Justizkreisen.

Im vergangenen Jahr soll Mario K. einen Berliner Investmentbanker aus seinem Haus in Storkow entführt haben. Die Ermittler halten ihn auch für den Mann, der 2011 versucht hatte, in Bad Saarow die Tochter des Berliner Immobilienunternehmers Christian Pepper zu entführen, nachdem er zuvor dessen Ehefrau überfallen hatte.