Misshandlungsvorwürfe

Haasenburg: Fixierung auf Liegen war üblich

Geschäftsführer verteidigt „therapeutisches Konzept“

Vertreter der umstrittenen Haasenburg-Heime haben sich den Fragen der CDU-Landtagsfraktion gestellt und Misshandlungsvorwürfe zurückgewiesen. In den drei Heimen in Müncheberg (Märkisch-Oderland), Neuendorf am See und Jessern (beide Dahme-Spreewald) sei kein Jugendlicher gequält worden, betonte Haasenburg-Geschäftsführer Mario Bavar in Potsdam.

Er räumte vor dem CDU-Arbeitskreis für Soziales ein, dass bis vor drei Jahren in Einzelfällen Jugendliche stundenweise auf speziellen Liegen fixiert wurden. „Das wurde nur zur akuten Gefahrenabwehr in einem therapeutischen Konzept eingesetzt“, sagte Qualitätsmanager Arne Seidenstücker. Mit diesem Schritt sei versucht worden, eine Einweisung in psychiatrische Kliniken zu verhindern. Man habe so eine Unterbrechung der Arbeit mit den Jugendlichen vermeiden und ihnen einen Wechsel in andere Einrichtungen ersparen wollen. Bavar beschrieb, unter welchen Umständen Jugendliche oft in die Haasenburg kämen. Manche würden von Polizeibeamten und in Handschellen gebracht. Die Jugendlichen hätten alle sechs bis acht Wochen Kontakt zum Jugendamt und genug Raum, um sich zu beschweren, so Seidenstücker.

„Die Vorwürfe konnten natürlich nicht in dieser Sitzung ausgeräumt werden“, erklärte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Gordon Hoffmann. Dafür gebe es eine Untersuchungskommission. Zudem ermittele die Staatsanwaltschaft Cottbus gegen Erzieher und Heimbetreiber. „Aber natürlich haben wir hier den einen oder anderen Hinweis dafür bekommen, dass manches nicht so war, wie es öffentlich dargestellt wurde“, betonte Hoffmann.

Jugendministerin Martina Münch (SPD) hatte in der vergangenen Woche den Belegungsstopp für die Einrichtung in Müncheberg bis Mitte Oktober verlängert. In Neuendorf dürfen unter bestimmten Bedingungen neue Bewohner aufgenommen werden. Das dritte Heim in Jessern ist vom Betreiber stillgelegt worden.

( dpa )