Militär

Reservisten der Bundeswehr helfen bei Katastrophen

100 Mann starke Kompanie in Dienst gestellt

Brandenburg kann künftig auf eine gut 100 Mann starke Bundeswehrkompanie aus Reservisten für den Katastrophenschutz zurückgreifen. Die Einheit wurde am Freitag im Beisein von Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) und Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke (SPD) in Dienst gestellt. In seiner Rede betonte de Maizière die Bedeutung von Reservisten in Streitkräften. Nach Abschaffung der Wehrpflicht gelte es, weiterhin auf alle Aufgaben gut vorbereitet zu sein. Woidke dankte der Bundeswehr vor allem für ihren Einsatz bei der Hochwasserabwehr, als die Menschen sie als „starke Truppe“ erlebt hätten.

Laut de Maizière ist es mittlerweile die 17. Regionale Sicherungs- und Unterstützungskompanie (RSU), die bundesweit bereitsteht. Insgesamt könnten es einmal rund 30 werden. Den Reservisten fällt dabei als wesentliche Aufgabe der Heimatschutz zu. Im Falle von Einsätzen aktiver Einheiten sollen sie beispielsweise Kasernen sichern und bewachen oder bei drohenden Naturkatastrophen gemäß Grundgesetzartikel 35 mit herangezogen werden. Ansprechpartner für Zivilbehörden ist dabei das jeweilige Landeskommando, dem die Kompanien unterstellt sind.

Der Verteidigungsminister erinnerte daran, dass beim Elbhochwasser im Juni bereits rund 20 Angehörige der neuen Kompanie mit angepackt hätten, also noch vor ihrem offiziellen Dienstbeginn. Die jetzt in Dienst gestellte RSU-Kompanie verfügt über zwei Infanteriezüge sowie einen Pionierzug. Standort der Soldaten ist die Potsdamer Havelland-Kaserne. Mit ihrer Ausstattung soll sie den besonderen Herausforderungen Brandenburgs als gewässerreichsten Bundeslandes Rechnung tragen. In der Vergangenheit waren immer wieder Flüsse wie Oder, Elbe oder Schwarze Elster über die Ufer getreten.

Patenverband der Kompanie ist das Logistikbataillon 172 in Beelitz (Landkreis Potsdam-Mittelmark), das unter anderem Technik und Material zur Verfügung stellt. Derzeit umfasst die neue Einheit 110 Dienstposten, die Sollstärke liegt bei 125 Männern und Frauen.