Kriminalität

Pädophiler belästigt Kinder – Staatsanwaltschaft ermittelt

Trotz einer Vorstrafe und Ermittlungen wegen Besitzes von Kinderpornografie stellt ein Pädophiler in Brandenburg/Havel und Potsdam weiter Kindern nach.

Da es dabei bislang nicht zu einer Straftat kam, haben Polizei und Justiz nur wenig Handhabe dagegen. Laut Innenministerium schöpft die Polizei alle rechtlichen Möglichkeiten aus. Die Beamten könnten aber nur im Rahmen der Gefahrenabwehr gegen den 45-Jährigen vorgehen, bestätigte ein Sprecher Recherchen der „Märkischen Angemeinen“.

Die Staatsanwaltschaft Cottbus, die im Land zentral für die Bekämpfung pornograpfischer Schriften zuständig ist, will nun im Zuge ihres Verfahrens die Gefährlichkeit und Schuldfähigkeit des Mannes klären.

Auf seinem Computer seien pornografische Bilder von Kindern gefunden worden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Nach ihren Angaben ist der Beschuldigte wegen Verbreitung von Kinderpornografie bereits in Rheinland-Pfalz verurteilt worden. Die zunächst auf Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe von sieben Monaten habe der Mann letztlich komplett verbüßen müssen. Hintergrund sei unter anderem, dass er während der Bewährungszeit ein Mädchen bedrängt habe.

Nach der Entlassung aus der Haftanstalt Frankfurt-Preungesheim zog der Mann im vergangenen Februar von Hessen nach Brandenburg/Havel. Der „Märkischen Allgemeinen“ berichtete er, er habe in Hessen keine Wohnung gefunden. Laut dem Bericht bekennt er sich offen dazu, pädophil zu sein. Möglicherweise gibt es aber noch andere Gründe, wieso er in Brandenburg seinen ersten Wohnsitz nahm.

Laut Polizei gibt es dichte Kontrollen, die mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt abgestimmt seien. Dauerhafte polizeiliche Maßnahmen oder eine Überwachung rund um die Uhr seien nicht möglich. Der Mann unterliegt seit seiner Entlassung aus dem Gefängnis keiner Führungsaufsicht. Trotz der Gefahr, die von dem Täter möglicherweise ausgeht, wollen die Behörden offenbar eine dauerhafte Rund-um-die-Uhr-Bewachung aus Personalmangel nicht einleiten. Die Staatsanwaltschaft in Cottbus will durch einen Sachverständigen klären, ob der Mann möglicherweise eingewiesen werden muss. Von anderen bisherigen Maßnahmen zeigt sich der 45-Jährige relativ unbeeindruckt: Trotz eines Kontaktverbotes, das ein Familiengericht laut Staatsanwaltschaft ausgesprochen hat, belästigt er weiter einen Jungen in Brandenburg/Havel.