Waldbrand

Sommerhitze und Munition fordern die Feuerwehr

Flammen in Radeland nach vier Tagen gelöscht

Der Waldbrand auf einem ehemaligen Militärgelände in Radeland (Teltow-Fläming) bei Teupitz ist gelöscht. Forstarbeiter haben am Dienstagnachmittag die Brandwache übernommen, teilte der Brandmeister des Kreises Teltow-Fläming, Gerd Heine, mit. Seit Sonnabend hatten Feuerwehrleute – in Spitzenzeiten bis zu 200 – gegen die Flammen gekämpft. Der Einsatz war kompliziert, weil im Boden noch Munition liegt und es zu Detonationen kam. Auch ein Löschhubschrauber der Bundespolizei und ein Löschpanzer hatten die Flammen zunächst nicht stoppen können. Immer wieder glimmte der Boden weiter. Inzwischen ist die Gefahr laut Brandmeister jedoch gebannt. Landesweit gilt inzwischen die höchste Waldbrandgefahr.

In keinem anderen Bundesland gibt es so viele Waldbrände wie in Brandenburg. Rund 100 Mal mussten die Feuerwehrleute in diesem Jahr laut Infrastrukturministerium bereits zu derartigen Einsätzen. Allein in der vergangenen Woche gab es 23 Waldbrände, der größte davon bei Teupitz im Kessel von Halbe.

In Radeland, wo im Zweiten Weltkrieg die letzten Schlachten tobten, blieb die Situation bis Dienstagmittag angespannt. Die noch immer im Boden liegende Munition ist zum Teil mit Phosphorköpfen versehen. Die Feuerwehrmänner konnten nur von der angrenzenden Radeland-Siedlung aus mit Wasser auf die Großfläche schießen. Ein Löschhubschrauber der Bundespolizei war bei den Löscharbeiten im Einsatz. Darüber hinaus fuhr auch ein Feuerlöschpanzer mehrfach auf das Gelände. Trotzdem glimmte der Boden zunächst weiter. Auch weitere Detonationen habe es noch gegeben, so Heine.

400.000 Liter Löschwasser

Seit vergangenem Sonnabend bemühten sich die Feuerwehrleute, die immer wieder aufflackernden Flammen zu stoppen. Bis zum Dienstagnachmittag hatte die Feuerwehr mehr als 400.000 Liter Löschwasser verbraucht. Das teilte die Kreisverwaltung mit.

Parallel zum Einsatz in Radeland mussten die Löschkräfte zu anderen Waldbränden ausrücken. „Das sind alles Entstehungsbrände“, sagte Heine. Meist seien achtlose Raucher schuld, die ihre noch glimmenden Zigaretten wegwerfen. In Brandenburg kann dies besonders explosive Folgen haben: Dort liegt besonders viel alte Munition im Boden, die entsorgt werden müsste. Laut Innenministerium gelten noch immer rund 360.000 Hektar zivil genutzter Fläche als belastet.