Feuerwehreinsatz

Waldbrand auf Militärgelände: Familien gerettet

Sprengkörper explodieren, Löschpanzer eingesetzt

– Auf dem munitionsverseuchten früheren Truppenübungsplatz Teupitz/Wünsdorf (Teltow-Fläming) ist ein Waldbrand ausgebrochen. Das Löschen des am Sonnabend entfachten Feuers war für die rund 100 bis 150 Feuerwehrleute schwierig, da im Boden lagernde Sprengkörper explodierten. Deshalb wurde ein Löschpanzer eingesetzt, wie ein Sprecher der Regionalleitstelle Brandenburg in Brandenburg/Havel am Sonntag berichtete. Anwohner mussten ihre Häuser aus Sicherheitsgründen verlassen, darunter auch Familien. Rauchschwaden zogen über die Autobahn A13 Berlin–Dresden und sorgen zeitweise für Sichtbehinderungen.

Wegen des trockenen Sommerwetters besteht in dem Landkreis – wie in vielen anderen Regionen Brandenburgs auch – die höchste der vier Waldbrandwarnstufen. Munition, die sich selbst entzündet, gilt als eine Ursache von Waldbränden. „Noch ist unklar, wie lange die Löscharbeiten dauern werden“, sagte der Sprecher der Regionalleitstelle am Sonntagnachmittag. Feuerwehren seien auch aus dem Nachbarkreis zur Unterstützung angerückt.

Die Größe des brennenden Waldgebiets wurde von einem Hubschrauber aus auf etwa zehn bis zwölf Hektar Fläche geschätzt. Betroffen ist die Region zwischen Zesch am See und Radeland. 42 Familien mussten vorsorglich ihre Wohnungen in der Nähe räumen. „Die Evakuierung dauert an“, sagte der Leitstellen-Sprecher.

Den Angaben zufolge war das Feuer am Sonnabendnachmittag ausgebrochen. Rund 200 Feuerwehrleute löschten den Brand in wechselnden Schichten zunächst bis zum Einbruch der Dunkelheit. Nach einer Pause wurde der Einsatz am Sonntagmorgen fortgesetzt.

Nach Angaben des Waldbrandschutzbeauftragten des Landes, Raimund Engel, ist Brandenburg bundesweit das Land mit den meisten Waldbränden. Im vergangenen Jahr zerstörten 235 Feuer eine Fläche von 76 Hektar. Als häufigste Ursache gilt neben vorsätzlicher Brandstiftung auch Fahrlässigkeit, etwa durch weggeworfene Zigaretten, wie er kürzlich sagte. Vielfach ist auch Munition Auslöser für Feuer im Wald. Im Sommer 2010 war es in Jüterbog zu einem großen Waldbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz gekommen. Damals waren rund 230 Hektar betroffen.

Bis auf vier Landkreise galt am Sonnabend mit der Waldbrandwarnstufe IV die höchste Stufe, wie das Agrarministerium auf seiner Internetseite berichtete. Stufe III – hohe Waldbrandgefahr – wurde für die Landkreise Havelland, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Oder-Spree und die Stadt Frankfurt (Oder) ausgerufen.

Mit Inkrafttreten der Warnstufe I beginnt die landesweite automatische Überwachung der Wälder. 109 Kameras nehmen die Wälder von oben ins Visier. Wird eine Rauchwolke über dem Wald erkannt, bekommen die sieben Waldbrandzentralen automatisch einen Hinweis.