Zeit knapp

Landrat rät von Teileröffnung des BER ab

Baugenehmigung für Airport gilt nur bis Frühjahr 2015

Der Landrat von Dahme-Spreewald, Stephan Loge (SPD), hat von einer Teileröffnung des krisengeschüttelten Hauptstadtflughafens BER abgeraten. In einem Interview sagte er der „Märkischen Allgemeinen“, Teileröffnungen würden zu weiteren Verzögerungen bei der Fertigstellung führen, der gesamte Flughafen müsse fertig werden. Langsam werde die Zeit knapp, denn die Baugenehmigung für den Flughafen, die schon einmal verlängert wurde, gelte nur bis Frühjahr 2015. „Wenn er bis dahin nicht fertig ist, geht das ganze Genehmigungsverfahren von vorne los.“ Landrat Loge ist für die baurechtlichen Genehmigungen am neuen Flughafen in Schönefeld zuständig.

Um die Fertigstellung des BER zu beschleunigen, plant Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn eine schrittweise Inbetriebnahme des neuen Airports. Ursprünglich wollte er dafür den weitgehend fertiggestellten Nordflügel des neuen Terminals bereits im Herbst eröffnen. Dort könnten ein Großteil der Prozesse zur Abfertigung von Passagieren und Flugzeugen bereits geprobt und optimiert werden, so Mehdorn. Die Flugzeuge würden aber weiter die Start- und Landebahn des alten Flughafen in Schönefeld nutzen. Für die neue 4000 Meter lange Südbahn gibt es bisher noch keine Betriebserlaubnis.

Inzwischen gilt eine Eröffnung des BER-Nordpiers noch in diesem Jahr als so gut wie ausgeschlossen. Das Interesse der Airlines an einem solchem Probebetrieb ist gering. Vor allem aber fehlen bislang die Genehmigungen für notwendige Umbauten wie etwa den Einbau von Check-in-Schaltern und Gepäckbändern. Auch hat der Flughafen-Aufsichtrat einer schrittweisen Inbetriebnahme des BER bisher nicht zugestimmt. Vorbehalte gibt es dort vor allem wegen der damit verbundenen Mehrkosten.

Offiziell will Flughafen-Chef Mehdorn erst im Herbst den Zeitplan für die Inbetriebnahme des BER bekannt geben. Die Eröffnung des Großflughafens wurde wegen technischer Probleme, Baumängeln und Planungsfehlern schon mehrmals verschoben. Vor allem die Brandschutzanlage im Terminal funktioniert bisher nicht, wie vorgesehen.

Zum Brandschutz am Flughafen sagte Loge, Mitarbeiter der Kreisverwaltung seien beratend vor Ort. Zur Brandschutzanlage könne er sich erst äußern, wenn „bearbeitungsfähige Genehmigungsanträge“ beim Landkreis vorliegen. „Die sind noch nicht da.“