Ermittlungen

Kommission prüft Vorwürfe zu Misshandlungen in Jugendheimen

Eine Untersuchungskommission wird in den kommenden Tagen den Misshandlungsvorwürfen gegen Kinder- und Jugendheime in Brandenburg nachgehen.

Experten aus dem Bereich der Pädagogik sollen sich mit möglichen Körperverletzungen und den Umständen des Todes zweier Jugendlicher beschäftigen, sagte der Sprecher des brandenburgischen Bildungsministeriums, Stephan Breiding, am Montag. „Es werden die letzten Gespräch geführt – die Kommission nimmt demnächst ihre Arbeit auf.“ Bis 2010 habe es in drei Heimen in Brandenburg Fixierliegen und Einheitskleidung gegeben. Nach Berichten der „taz“ kam es dort auch zu Knochenbrüchen. Der Betreiber, die Haasenburg GmbH, bestreitet die Vorwürfe.

Dem Ministerium seien zwei Todesfälle in den Heimen für junge Menschen aus schwierigen Familienverhältnissen bekannt, sagte Breiding. Im Juni 2005 wurde demnach eine 15-Jährige an einer Schranktür erhängt im Jugendheim Neuendorf gefunden. Ein 16-jähriges Mädchen starb im Mai 2008 in Jessern nach einem Sturz aus dem Dachgeschoss.

Die Staatsanwaltschaft habe damals kein Fremdverschulden oder eine Pflichtverletzung durch die Erzieher gesehen. „Nun soll es um die Frage gehen, ob es neue Erkenntnisse gibt, die darauf hindeuten, dass Fehler in den Heimen gemacht wurden“, sagte Breiding. Derweil beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft Cottbus erneut mit den Heimen – vergangene Woche sind zwei Strafanzeigen eingegangen. Vom Landesjugendamt hat sie Unterlagen angefordert, die möglicherweise Hinweise zu den Knochenbrüchen geben können.